Online-Programm zur Gewichtsreduktion und Verhaltensmodifikation : Analyse von Wirksamkeit und Prädiktoren
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Zusammenfassung
Ziel der vorliegenden Studie ist, in einer dreiarmigen, randomisierten, kontrollierten Vergleichsstudie mit n=106 Teilnehmern die Wirksamkeit eines zwölfwöchigen Online-Gewichtsreduktionsprogramms zu überprüfen. Dazu werden drei unterschiedliche Versionen eines Gewichtsreduktionsprogramms mit identischen Programminhalten miteinander verglichen: reines Online-Programm vs. Online-Programm mit monatlichen persönlichen Vor-Ort-Treffen vs. Face-to-Face-Programm. Überdies sollen Prädiktoren für Teilnahmeerfolg und für frühzeitige Programmabbrüche identifiziert werden. Dabei finden nicht nur soziodemographische und anamnestische Aspekte Berücksichtigung, es werden auch Erkenntnisse aus dem E-Learning-Bereich integriert. Die quantitative und qualitative Datenerhebung erfolgte in einem Pretest-Posttest-Follow-up-Design. Die Ergebnisse zeigen, dass mit Hilfe eines Online-Programms kurzfristig eine bedeutende Gewichtsreduktion erzielt wird, diese jedoch langfristig nicht stabilisiert werden kann. Zudem zeigt sich ein signifikanter Gruppenunterschied: Die Teilnehmer des Online-Programms erreichen im Zeitverlauf eine signifikant geringere Gewichtsreduktion als die Teilnehmer der Face-to-Face-Gruppe. Außerdem bewirken zusätzliche persönliche Vor-Ort-Treffen keine signifikant höhere Gewichtsreduktion im Vergleich zum reinen Online-Programm. Im Rahmen einer explorativen Prädiktorenanalyse ergeben sich Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen computer- und internetspezifischen Kompetenzen und dem Teilnahmeerfolg. Daneben zeigt die Dropout-Analyse, dass unverheiratete Personen, die eine eher negative Einstellung gegenüber der internet-basierten Kommunikation haben und sich als extravertiert beschreiben signifikant häufiger das Online-Programm abbrechen. Auch ein schlechtes Gesundheitsverhalten vor Programmbeginn begünstigt den frühzeitigen Programmausstieg.Unter Berücksichtigung der Grenzen der vorliegenden Untersuchung legen die vorliegenden Erkenntnisse nahe, dass weiterführende Untersuchungen dieser Aspekte zu einem besseren Verständnis der Problematik beitragen und somit die Effektivität von Online-Beratungskonzepten langfristig steigern könnten.
The aim of this study is to directly evaluate the efficiency of one such 12-week behavioral weight loss treatment programme. This triple based randomized controlled study with n=106 participants compares the results of a programme delivered firstly online, secondly in-person and thirdly in a combined personal (monthly) and online approach. Moreover, predictors for success in participation or for possible dropout are meant to be identified. In the whole concept not just socio-demographic and anamnestic aspects are applied but knowledge from the fields of e-learning is also integrated. The quantitative and qualitative collection of the data was carried out in a pretest-posttest-follow-up-design.The results show that significant weight loss is achieved in the online condition after 12 weeks. Nevertheless, this cannot be maintained in the long-term. Moreover, a significant group difference appears: the participants of the online concept reach a significantly lower weight loss than the participants of the face-to-face-group during the time the programme was running. Furthermore, the additional personal meetings of the online concept do not have a significant positive effect on weight loss in comparison to the online concept. An exploratory analysis of predictors indicates that there is a connection between computer and internet competence and successful participation. In addition to this, the drop out analysis shows that the unmarried people who have a rather negative attitude towards computer mediated communication and describe themselves as extroverted cancel the online program significantly more often than others. And furthermore a poor attitude towards health issues before the start of the programme promotes early dropout.Taking the limitations of the present investigation into account, these findings suggest that advanced studies of these aspects could be a useful contribution to understanding the problems and thus the effectiveness of online consultation concepts could increase in the long-term.