Das in dieser Arbeit neu vorgestellte Verfahren zur Messung der seitengetrennten Nierenfunktion mittels mehrphasiger Computertomographie beruht auf einem Zwei-Kompartment-Modell, dem sogenannten Patlak-Plot. Im Gegensatz zu älteren Studien wird mittels Spiral-Computertomographie das gesamte Nierenvolumen erfasst. Dadurch wird die Extrapolation der Nierenfunktion aus den Daten einer einzelnen Nierenschicht umgangen. Dies ist eine mehr physiologische Vorgehensweise, da Inhomogenitäten des Nierenparenchyms berücksichtigt werden.
Ein zusätzlicher Vorteil der hier vorgestellten Methode, ist die einfache Bestimmung der seitengetrennten Clearance aus einem wenig erweiterten CT-Abdomen-Protokoll, wie es in der klinischen Routine Verwendung findet. Das methodische Hauptproblem des Patlak-Plot-Verfahrens ist die Vernachlässigung des Interstitiums. Dieser Fehler betrifft jedoch die Einzelschicht-Methode gleichermaßen. Der Nachteil des, in dieser Arbeit verwendeten CT-Protokolls, ist die notwendige Extrapolation der Kontrastmittelanflutung, aufgrund zu weniger Daten zur Aorten-Dichte-Kurve. In zukünftigen Studien wäre eine Weiterentwicklung der Methode, im Hinblick auf eine genauere Abtastung der Aortenkurve, von großem Interesse.
Aufgrund der Strahlenbelastung, ist die Durchführung der CT-Clearance nur dann zu empfehlen, wenn eine zusätzliche Indikation zu einer abdominellen kontrastgestützten Computertomographie besteht. Anderenfalls bleibt die Szintigraphie Methode der Wahl.
Für die CT-Clearance wären folgende Indikationen denkbar:
· CT bei Lymphom bzw. Karzinom vor nephrotoxischer Chemotherapie
· CT bei Verdacht auf renalen Tumor oder Nierenatrophie vor Nephrektomie zur Funktionsbestimmung der geschädigten und der gesunden Niere.
Im Ergebnis ist die CT-Clearance vorteilhaft, wenn sowohl die Bildgebung der anatomischen Verhältnisse, als auch die Kenntnis der Nierenfunktion für Diagnose und Therapie relevant sind. Denn bei der CT-Clearance können beide Parameter in einem Untersuchungsgang und mit hoher Genauigkeit ermittelt werden. Die Übertragung des Verfahrens auf die Kernspintomographie wäre, aufgrund der fehlenden Strahlenbelastung, von weiterem großen Interesse.
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