Verträglichkeit von Bisoprolol bei Hunden mit pacinginduzierter Herzinsuffizienz

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Die Behandlung der kongestiven Herzinsuffizienz ist ein derzeit viel diskutiertes Thema in der Kleintierkardiologie. In der Humanmedizin konnte gezeigt werden, dass beta-Adrenozeptorblocker (beta-Blocker), die den kardiotoxischen Wirkungen des sympathischen Nervensystems entgegenwirken, bei Patienten mit Herzinsuffizienz den Krankheitsverlauf verzögern und eine lebensverlängernde Wirkung haben. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass beta-Blocker initial zu einer Verschlechterung der Hämodynamik führen und erst in der Langzeittherapie positive Ergebnisse zu erzielen sind. Das Ziel der vorliegenden Studie war, die Verträglichkeit des beta1-selektiven Adrenozeptorblockers Bisoprolol bei Hunden mit pacinginduzierter Herzinsuffizienz zu untersuchen und ein geeignetes Protokoll zur Dosissteigerung zu etablieren. Bei 18 Beagle Hunden wurde in einer zwölfwöchigen Induktionsphase durch tachykardes Pacing eine kongestive Herzinsuffizienz erzeugt. Diese war durch eine Dilatation des Herzens, eine Abnahme der linksventrikulären systolischen Funktion und einen Anstieg des Plasmagehaltes von Nt-proBNP gekennzeichnet. Während der fünfwöchigen Behandlungsphase wurde das Pacing beibehalten und der Herzschrittmacher nur temporär während der Messungen deaktiviert. Die Hunde wurden einer von drei Behandlungsgruppen zugeordnet. Gruppe 1 wurde nach einem konservativen Protokoll zur Dosisteigerung mit Bisoprolol behandelt (0,005 0,1 mg/kg KGW) und Gruppe 2 nach einem aggressiven Protokoll (0,01 1,0 mg/kg KGW). Gruppe 3 erhielt eine Placeboformulierung. Alle Hunde wurden zusätzlich mit Furosemid (4,0 mg/kg KGW), Enalapril (0,5 mg/kg KGW) und Digoxin (0,003 mg/kg KGW) therapiert. Vor Beginn der Behandlung und am 7. Tag jeder Woche wurden jeweils vor und zwei Stunden nach der Behandlung eine elektrokardiographische und echokardiographische Untersuchung durchgeführt, sowie der arterielle Blutdruck gemessen und Blutproben für eine hämatologische und klinisch-chemische Untersuchung gewonnen. Zusätzlich erfolgte eine Bestimmung des Plasmagehalts von Nt-proBNP. Am Ende der Behandlungsphase fand unter Narkose eine intrakardiale Druckmessung statt. Die Therapie mit Bisoprolol wurde von allen Hunden gut vertragen und es traten keine Nebenwirkungen in Zusammenhang mit der Behandlung auf. Im Elektrokardiogramm verursachte Bisoprolol eine Senkung der Herzfrequenz und eine Verlängerung des PQ-Intervalls. Die Dauer des QRS-Komplexes und das um die Herzfrequenz korrigierte QT-Intervall QTcF wiesen keine behandlungsbedingten Veränderungen auf. Die echokardiographisch erfassten Parameter veränderten sich in beiden Bisoprololgruppen nur unwesentlich, während es in der Placebogruppe zu einer geringgradigen Abnahme des linken Ventrikeldurchmessers und eine geringe Verbesserung der systolischen Funktion kam. Die Blutdruckwerte waren am Ende der Behandlungsphase in allen Gruppen vergleichbar gesunken. In den mit Bisoprolol behandelten Gruppen erfolgte während der Behandlungsphase ein Anstieg des Plasmagehaltes von Nt-proBNP, nicht dagegen in der Placebogruppe. Dies war übereinstimmend mit höheren linksventrikulären enddiastolischen Füllungsdrücken und verminderten systolischen und diastolischen Druckänderungsgeschwindigkeiten in den mit Bisoprolol behandelten Gruppen am Ende der Behandlungsphase. Mit wenigen Ausnahmen bei einzelnen Hunden waren die Befunde der hämatologischen und klinisch-chemischen Blutuntersuchung unauffällig. Die vorliegende Studie konnte zeigen, dass eine Behandlung mit Bisoprolol zusätzlich zu einer anerkannten Standardtherapie von Hunden mit pacinginduzierter Herzinsuffizienz gut vertragen wird und sicher in der Anwendung ist. Sowohl das konservative als auch das aggressive Dosierungsprotokoll wurden von den Hunden gut und ohne Nebenwirkungen toleriert. Da natürlich erkrankte Hunde im Gegensatz zu den Tieren in der vorliegenden Studie nicht durch einen Herzschrittmacher unterstützt werden, ist bei der Dosissteigerung größere Vorsicht geboten und ein Schema angelehnt an den konservativen Ansatz zu empfehlen.

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