Die antivirale Therapie der chronischen Hepatitis B : Identifikation neuer Resistenzmutationen und Optimierung der Verlaufskontrolle

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Das Hepatitis-B-Virus (HBV) verursacht eine der häufigsten Viruserkrankungen weltweit.Unbehandelt führt die aktive chronische Hepatitis B fast immer zu ernstenLeberschädigungen, wie Leberfibrose oder -Zirrhose, mit fatalen Folgen, wie demhepatozellulären Karzinom. In dieser Arbeit wurde ein zuvor beschriebenes HBV-Isolat(150-1) aus einem Patienten mit chronischer Hepatitis B weiter analysiert, das gegen dieNukleotidanaloga Adefovir und Tenofovir auffällig hohe Resistenzen in vitro zeigte. Beidiesem Isolat 150-1 konnte in dieser Arbeit in der Primerdomäne der HBV-Polymerase dieMutation prT76S ermittelt werden, die als Sekundärmutation zusammen mit denPrimärmutationen in der Reversen Transkriptase (rtA181V und rtN236T) für die auffällighohe Resistenz des Klons gegen Tenofovir und Adefovir verantwortlich ist. Hierbei wurdeerstmalig eine Resistenzmutation gegen NA beschrieben, die sich in der Primer-Domäne derviralen Polymerase und damit außerhalb der Reversen Transkriptase befindet.Unabhängig davon wurden in zwei Studien in Zusammenarbeit mit der AG Roggendorf,Universitätsklinikum Essen, Therapieverläufe chronisch WHV-infizierter Woodchucks alsSurrrogat-Tiermodel für die Hepatitis B des Menschen untersucht. Diese wurden in einerersten Studie mit Entecavir und einer DNA-( prime-boost )-Vakzinierung zur Stimulation vonT-Zellen gegen T-Zell-Epitope des WHsAg und WHcAg therapiert. In der zweiten Studiewurden zusätzlich zu der Behandlung mit Entecavir und der DNA-Vakzinierung, spezifischeAntikörper gegen den Liganden (PD-L1) eines Selbstmord -Rezeptors (PD-1-Rezeptor) aufT-Zellen verabreicht, die einen Verlust ( Erschöpfung ) der relevanten T-Zell-Populationverhindern sollten. In dieser Arbeit wurde der Therapieerfolg, vergleichbar zur HBV-Therapie,anhand der WHsAg-Konzentration im Blut der Woodchucks mittels Laurell-Elektrophoreseermittelt. Die spezifische antivirale Immunreaktion bei den infizierten Woodchucks konntedurch die oben genannten Behandlungen stimuliert werden und führte bei einigen Tieren zueinem völligen Verschwinden des WHsAg auch nach Beendigung der Therapie. UnterEinbeziehung weiterer klinischer Parameter kann in diesen Fällen von einer Heilung derchronischen Hepatitis B im Tiermodell bei Woodchucks ausgegangen werden. DiesenUntersuchungen unterstreichen die Bedeutung der HBsAg-Bestimmung für die TherapieÜberwachungder chronischen Hepatitis. Daher wurden stabile, eukaryote Zelllinien zurHBsAg-Produktion des WHO-Genotypen-Panels hergestellt, wodurch es nun möglich ist invitro rekombinantes HBsAg in nahezu unlimitierten Mengen zu exprimieren, dasnachweislich im eigenen HBsAg-Testsystem, wie auch mit einem kommerziellendiagnostischen Test, wie dem qHBsAg-Test im System Architect , (Abbott), reagierte. Mitdiesem Panel können die Limitationen des WHO-Serum-Panels (limitierte Verfügbarbeit,Infektiosität, Heterogenität von humanen Serum-Proben) verbessert werden und neuauftretende, schlecht nachweisbare HBV-Varianten schneller integriert werden.

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