Systematische Erfassung von Komplikationen bei der Behandlung mit individuellen Kopforthesen
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Zusammenfassung
Die seit dem Jahre 1992 deutlich zunehmenden nicht-synostotischen kindlichen Schädeldeformitäten werden in der Regel mit einer seit den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts bekannten Methode zur Normalisierung der Schädelform behandelt. Die Therapie mit individuellen Kopforthesen zeigt hierbei gute Erfolge. Der Tragemodus dieser Helmchen beläuft sich auf 23 Stunden pro Tag über mehrere Monate. Das im ersten Lebensjahr maximal große kindliche Kopfwachstum wird hierdurch ausgenutzt und in eine korrigierende Richtung gelenkt. Am Universitätsklinikum Gießen erhöhte sich die Zahl der Kinder, die mit lagebedingten Schädeldeformitäten vorstellig wurden, seit 2003 auf über 600 Säuglinge pro Jahr. Knapp die Hälfte dieser Kinder wird mit einer individuellen Kopforthese behandelt. Die klinische Erfahrung zeigt, dass verschiedene unerwünschte Wirkungen oder Komplikationen im Therapieverlauf zu erwarten sind. Die vorliegende Beobachtungsstudie an 410 Patienten untersucht das bislang größte Kollektiv, um solche Komplikationen zu systematisieren und zu quantifizieren.Insgesamt wurden sechs verschiedene Komplikationsarten festgestellt: Druckstellen, Äthenolerythem, Hautinfektion, subkutaner Abszess, unzureichender Halt und ausbleibende Korrektur. Insgesamt beläuft sich die Komplikationsrate auf etwa 22%. Alle festgestellten Komplikationen ließen sich durch einfache Basismaßnahmen, welche entweder durch den Therapeuten oder durch die Eltern selbst durchgeführt werden konnten, revidieren bzw. waren spontan regredient. Eine besondere Rolle muss der nachlassenden Tragekonsequenz (Non-Compliance) eingeräumt werden. Diese ist vor allem nach dem vierten Monat der Therapie gehäuft festzustellen. Zu diesem Zeitpunkt ist jedoch bereits von einer sehr deutlichen Verbesserung der Schädelform auszugehen. Ein Artikel, welcher die Ergebnisse dieser Dissertation in englischer Sprache beinhaltet, wurde vom Journal of Cranio-Maxillofacial Surgery im Juli 2012 veröffentlicht (Wilbrand et al., 2012).Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : Laufersweiler
