Muster der Phytodiversität in einer kleinstrukturierten Mittelgebirgsregion - vom Habitat zur Landschaft

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In der Diskussion um die Multifunktionalität von Kulturlandschaften ist die Lebensraumfunktion für Flora und Vegetation, d h. für die Phytodiversität, von besonderem Interesse. Daher beschäftigt sich das landschaftsökologische Teilprojekt des SFB 299 "Landnutzungskonzepte für periphere Regionen" in der Modellregion Lahn-Dill-Bergland mit der Erarbeitung von Methodiken a) zur Analyse der Beziehungen zwischen Landnutzung und Phytodiversität sowie b) zur Prognose von Auswirkungen geänderter Landnutzung. Um die aktuelle Phytodiversität und die Effekte zukünftiger Landnutzungen räumlich explizit darstellen zu können, war die Entwicklung einer GIS-basierten Methodik gefordert, die unter Berücksichtigung der relevanten räumlichen Skalenebenen - vom Habitat zur Landschaft - die wesentlichen Einflussvariablen der Phytodiversität erfasst. Diese kumulative Dissertation zeigt Teilschritte auf dem Weg zu der Erarbeitung dieser Methodik. Nach einleitenden Kapiteln werden in Kap. 5 Indikatoren der Phytodiversität auf Habitatebene unter Berücksichtigung jüngerer Forschungsansätze diskutiert. Zwei weitere Kapitel analysieren Muster der Phytodiversität auf der Ebene des Habitat-Patches. So wird in Kap. 6 der Einfluss von Ameisenbauten auf die Vegetation verbuschter Brachen untersucht, um zu klären, ob diese Mikrohabitate zum Artenreichtum der Brachlandvegetation beitragen: Es zeigte sich, dass die Ameisenhügel keinen eigenen Beitrag zum Artenreichtum leisten, jedoch deutlich die strukturelle Diversität der Brachen erhöhen. Kleinparzellierte Agrarlandschaften weisen einen besonders hohen Anteil "scharfer Grenzlinien" auf, d. h. flächige Nutzungen grenzen ohne Übergangsstrukturen direkt aneinander. In Kap. 7 wird das Arteninventar von Randbereichen in Schlägen analysiert und gezeigt, dass diese allgemein vor allem durch häufige Arten angrenzender Nutzungen charakterisiert sind. Eine größere Bedeutung erhalten sie mit zunehmender Intensität der Ackernutzung, da Ackerwildkräuter hier signifikant häufiger im Randbereich vorkommen. Kap. 8 liefert einen methodischen Beitrag zur Analyse von Phytodiversität in lokalen Habitatmustern. In vier Gebieten wurden jeweils fünf repräsentative Habitatmuster (1 ha) ausgewählt. Eine Inventur aller in den Habitatmustern zu differenzierenden Habitat-Patches ermöglichte eine Analyse der Steuergrößen des Artenreichtums auf Ebene der Patches und der Habitatmuster. Zusätzlich wurde der Beitrag zur Diversität unterschiedlich großer Bezugsräume unter Verwendung des "Specificity"-Ansatzes nach WAGNER & EDWARDS berechnet. Auf Patch-Ebene waren die Flächengröße und der Faktor "Habitattyp" die wichtigsten Variablen für den Artenreichtum und den Beitrag eines Patches zur Landschaftsdiversität. Für einzelne Habitattypen konnten skalenabhängige Unterschiede der Specificity nachgewiesen werden. Auf Ebene der Habitatmuster erwiesen sich die Anzahl flächiger Habitate, ein Gradient von anthropogener zu seminatürlicher Vegetation sowie die Anteile an seltenen Habitaten und natürlicher Vegetation als die wichtigsten Variablen für Artenreichtum und Specificity. Mit diesem Ergebnis wurde erstmals das Mosaikkonzept von DUELLI für die Phytodiversität empirisch belegt. Lineare Kleinstrukturen wirkten sich nicht positiv auf die Diversität der Habitatmuster aus. Allerdings konnte auf Patch-Ebene gezeigt werden, dass wenig gestörte Säume und Hecken überdurchschnittlich hohe Specificity-Werte aufweisen. In Kap. 9 wird schließlich ein probabilistisches Verfahren zur Quantifizierung und räumlichen Darstellung von Artenzahlen in Landschaften vorgestellt. Durch die Verschneidung von Standortdaten werden zunächst Habitattypenkarten erstellt. Über eine repräsentative Ermittlung habitattypenspezifischer Artfrequenzen werden unter Zugrundelegung einer Binomialverteilung die Wahrscheinlichkeiten von Artvorkommen in Habitatmustern errechnet. Über die Aufsummierung der Einzelwahrscheinlichkeiten können abschließend der Artenreichtum einzelner Artengruppen oder der gesamten Flora eines Raumes errechnet werden. Die Methode wurde exemplarisch in zwei 32 ha großen Habitatmustern angewandt und lieferte eine gute Übereinstimmung mit begleitend erhobenen Geländedaten. Auch für die Fläche einer Gemarkung konnten plausible Ergebnisse erzielt werden. Eine Anwendung auf ein Szenario geänderter Habitattypenverteilung erbrachte differenzierte Aussagen zum Artenreichtum ökologischer Artengruppen als Reaktion auf die veränderte Landnutzung.

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