Herstellung eines monoklonalen Antikörpers gegen felines MHC II und dessen immunhistologische Anwendung
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Zusammenfassung
Zur Herstellung eines monoklonalen Antikörpers wurde komplettes Felines Leukämievirus (FeLV) als Immunisierungssuspension verwendet. Statt des erwarteten Antikörpers gegen FeLV ergaben das immunhistologische Screening auf Zell- und Gewebeproben sowie die Feststellung des Molekulargewichts des durch den monoklonalen Antikörper F7 1 D4 F6 H4 nachgewiesenen Antigens, dass es sich um einen Antikörper gegen die beta-Kette des felinen MHC Klasse II-Antigens handelt. Vergleichende immunhistologische Untersuchungen auf Gewebeproben von domestizierten Katzen, Wildfeliden, verschiedenen Haustieren sowie einer Ratte und vom Mensch ergaben, dass es sich bei dem hergestellten Antikörper um einen Antikörper handelt, der hauptsächlich mit Zellen von Feliden und nur mit einzelnen Zellen von Schaf und Ziege reagiert. Die Tatsache, dass die untersuchten Katzen nicht miteinander verwandt sind, führt zu dem Schluss, dass der Antikörper an eine monomorphe Determinante des MHC Klasse II-Antigens bindet. Des Weiteren wurde die MHC Klasse II-Expression auf felinen peripheren, mononukleären Zellen mit dem monoklonalen Antikörper F7 1 D4 F6 H4 im Durchflusszytometer sowie immunzytologisch in Blutausstrichen und Zytozentrifugenpräparaten getestet. Die unterschiedlichen Untersuchungsmethoden führten zu demselben Ergebnis, nämlich positiv reagierenden Lymphozyten und Monozyten. Bei den immunhistologisch und -zytologisch untersuchten Zelllinien FL 74, FL 4, CrFK und FE zeigten die FL 74-Zellen die höchste MHC Klasse II-Expression. Die immunhistologische Untersuchung wurde retrospektiv an Formalin-fixiertem, Paraffin-eingebettetem Organmaterial von 50 domestizierten Katzen durchgeführt. Neben SPF-Katzen wurden FeLV-negative und -positive Tiere (ohne und mit vorberichtlich erwähnten neurologischen Symptomen) sowie FIP-Fälle und FIV-positive Katzen ausgewählt. Das Organspektrum umfasste hauptsächlich Gehirnproben und lymphatische Gewebe. Bei allen Gruppen lagen in unterschiedlichem Ausmaß auch verschiedene große Parenchyme (z. B. Lunge, Leber, Niere, Pankreas) vor. Die Organe der SPF-Katzen wiesen die geringste MHC Klasse II-Expression auf. Die Art der positiven Zellen beschränkte sich hauptsächlich auf die in der Literatur bei Mensch und Katze als konstitutiv MHC Klasse II-Antigen exprimierend beschriebenen Zellen. Die Gruppe der FeLV-negativen Katzen zeigte insgesamt bereits eine stärkere Reaktion der gleichen Zellarten. Die durch neurologische Symptome abgegrenzte Gruppe der FeLV-negativen Katzen zeichnete sich besonders durch entzündliche Prozesse in Gehirn und Rückenmark aus. In diesen Bereichen wiesen vor allem mononukleäre Infiltratzellen und Myelinophagen eine starke MHC Klasse II-Expression auf. Im Vergleich der Virus-negativen Katzengruppen mit den Virus-positiven Katzengruppen wiesen Letztere deutlich mehr positive MHC II-Reaktionen auf, bezogen sowohl auf die Anzahl der verschiedenen positiven Zellarten als auch auf die Menge der positiven Zellen. Im Gehirn der FeLV-positiven Tiere (beide untersuchten Gruppen) konnte eine deutlich verstärkte Expression von MHC II durch Endothelzellen und Mikrogliazellen mit Bildung von positiven Gliaknötchen nachgewiesen werden. Bei der Gruppe der FeLV-positiven Tiere mit neurologischen Symptomen fanden sich die positiven Endothelzellen vor allem in den Meningen. Im Gehirn der FIV-positiven Katzen reagierten die drei Zellarten Perizyten, Mikrogliazellen und Endothelzellen jeweils vergleichbar stark. Die Gruppe der FIP-Katzen wies von allen untersuchten Katzengruppen die stärkste induzierte Expression von MHC Klasse II-Antigen auf. Im Gehirn fanden sich starke positive Reaktionen, vor allem der Endothelzellen und Mikrogliazellen, auch in Form von Gliaknötchen sowie der Plexus choroideus-Zellen und Ependymzellen. Außerdem reagierten zahlreiche Epithelzellen in Darm, Pankreas, Niere und Lunge positiv. Somit konnte anhand der immunhistologischen Untersuchungen mit dem felinen, monoklonalen Antikörper F7 1 D4 F6 H4 sowohl die konstitutive Expression von MHC Klasse II-Antigen auf einem breiten Organspektrum inklusive Gehirnproben als auch die induzierte Expression des MHC Klasse II-Antigens, die besonders bei FIP-Katzen vorkommt, nachgewiesen werden.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : http://www.dvg.net/ DVG Service, 2008
