Bauarbeiter sind auf der ganzen Welt bei der Herstellung und Verarbeitung von Zementdessen Staub ausgesetzt. Diese feinen Partikel (0.1 200 mym) sind in der Lage durchInhalation in die oberen Atemwege und die Lunge zu gelangen und können hierdurch eineVielzahl von verschiedenen Symptomen, wie z.B. Pneumopathien, Granulome,Bronchialasthma, Husten, Emphyseme und Fibrosen verursachen. In einer epidemiologischenFall-Kontroll Studie aus dem Rhein-Neckar-Kreis konnte ein Zusammenhangzwischen der Exposition gegenüber Zementpartikeln und Effekten im Bereich der oberenAtemwege mit der Folge von Atemwegsobstruktionen und der Entwicklung von Tumoren imKopf-Hals-Bereich bei Bauarbeitern nachgewiesen werden. Zudem steigt das Risiko fürLarynx-Karzinome von Zementarbeitern mit Tabak- und Alkoholkonsum.Diese Ergebnisse gaben Anlass, um in der hier durchgeführten Untersuchung Biopsieprobenvon insgesamt 55 Patienten mit und ohne Larynx-Pharynx-Karzinom hinsichtlich ihrerReaktion auf die Belastung mit Zementstaub zu testen. Die Fähigkeit von zweirepräsentativen Zementstäuben (1 2.5 mym im Durchmesser) DNA zu schädigen, wurde anhumanen primären Oropharyngealmukosazellen mit Hilfe der Einzelzell-Gel-Elektrophorese(Comet Assay) untersucht.Um die Validität des Testsystems zu demonstrieren wurde das bekannte gentoxischeKarzinogen Benzo[a]pyren (B[a]P) als Positivkontrolle, Dörentruper Quarz (DQ 12) alspositive Partikelkontrolle und Titandioxid (TiO2) als negative Partikelkontrolle gewählt. DieExposition der Biopsieproben mit B[a]P und Quarz führte in allen 55 Fällen zu einemsignifikanten Anstieg des DNA Schadens (P < 0.05). Die Belastung der primären Zellen mitden Zementstäuben, genannt H1 und G (beide in Konzentrationen von 200 myg/cm²),verursachte ebenfalls eine signifikante DNA-Migration, für Zement H1 in 77 % der Probenund für Zement G in 48 % der Proben. Zellproben von Patienten mit und ohne Tumor zeigtenkeine signifikanten Unterschiede beim Ausmaß des DNA Schadens.Die in dieser Untersuchung gefundenen positiven Effekte von Zementstäuben auf humaneprimäre Mukosazellen lassen darauf schließen, dass diese Eigenschaften besitzen, um DNAzu schädigen.
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