Corticotropin-Releasing-Hormon induzierte psychoendokrine und psychoimmunologische Reaktion bei Fibromyalgiepatienten und Gesunden

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Die vorliegende Arbeit untersucht psychoendokrine und psychoimmunologische Reaktionen unter einer standardisierten hormonellen Stimulation mit Corticotropin-Releasing-Hormon bei 13 Patienten mit Fibromyalgie im Vergleich zu 13 gesunden, streng parallelisierten Probanden und berücksichtigt dabei den Einfluss der Depressivität auf die Hormonparameter. Gemessen werden hierzu zum einen verschieden Hormone der HPA-Achse (ACTH, Cortisol) und Prolaktin in einem Untersuchungszeitraum von drei Stunden mit zeitlich definierten Blutentnahmen und zum anderen Immunparameter, wozu die Gesamtleukozyten und Subpopulationen von T- und B-Lymphozyten, mit Bestimmung von CD4+, CD8+, CD3+ und CD19+ Zellen, zählen. Ferner wurden die Patienten und gesunden Probanden hinsichtlich ihrer habituellen Depressivität untersucht und in hoch bzw. niedrig depressiv unterteilt. Zu einem definierten Zeitpunkt wurde ein standardisierter, klinisch verwendbarer CRH-Test als Simultaninjektion in die Vene gegeben. Danach erfolgte im zeitlichen Verlauf von 10:00 Uhr bis 13:00 Uhr eine regelmäßige Blutentnahme mit anschließender Verarbeitung und Bestimmung der zu untersuchenden Parameter. Die Hormone wurden im Serum mit einem ELISA-Test bestimmt. Die Lymphozytensubpopulationen wurden durchflußzytometrisch (FACScan TM) untersucht. Die habituelle Depressivität wurde mit dem Depressivitätsinventar (Zung/von Zerssen) erfasst. Dabei zeigen sich im baseline-Vergleich beider Gruppen keine signifikanten Unterschiede bezüglich Cortisol, ACTH und Prolaktin. In der zweifaktoriellen Varianzanalyse zeigt sich für die Cortisolkonzentration eine signifikante Wechselwirkung von Zeit und Gruppe (p=0,045). Dabei hatten FM-Patienten nach einem initialen Abfall höhere Werte als die gesunde Kontrollgruppe. Insgesamt jedoch zeigt sich dabei kein Hinweis auf eine gestörte HPA-Achse. Durch die Gruppierung des Kollektivs in hoch und niedrig Depressive zeigen sich im zeitlichen Verlauf und der gleichzeitigen Berücksichtigung der Faktoren Gruppe und Depressivität zum Teil signifikante Unterschiede der ACTH und Cortisolkonzentration. Dabei weisen die niedrig depressiven FM-Patienten die höchsten Cortisolwerte auf und die hoch Depressiven die niedrigsten Cortisolwerte (p=0,041). Bezüglich der ACTH-Konzentration haben ebenfalls die niedrig depressiven FM-Patienten etwas höhere ACTH-Werte als die hoch depressiven FM Patienten, während es sich im Kollektiv der gesunden Kontrollgruppe umgekehrt verhält. Dieser Effekt könnte durch eine Veränderung auf Rezeptorebene sowie durch eine mögliche Erschöpfung der Cortisolreserve bei chronischer Stresssituation hervorgerufen sein. Möglicherweise sind die hoch depressiven Patienten mit erniedrigten Cortisolwerten einer Desensibilisierung der Cortisolrezeptoren unterworfen und können in einer akuten Stresssituation nicht mehr mit einem adäquaten Anstieg reagieren. Die Gesamtleukozyten und die Lymphozytensubpopulationen werden durch die Gabe von CRH zum Teil tendenziell, zum Teil jedoch auch signifikant beeinflusst. Dabei zeigt sich eine signifikante Abhängigkeit der Gesamtleukozyten (p=0,03) von den Faktoren Zeit und Gruppe, wobei die gesunde Kontrollgruppe einen kontinuierlichen Anstieg und die Patientengruppe, nach einem zwischenzeitlichen Peak, eine abnehmende Leukozytenzahl aufweist. Bei den CD4+ Zellen waren keine signifikanten Ergebnisse zu verzeichnen, jedoch weist die FM-Gruppe tendenziell höhere Konzentrationen auf als die gesunde Kontrollgruppe. Die niedrig depressiven FM-Patienten hatten dabei die höchsten CD4+ Konzentrationen. Bezüglich der CD8+ Zellen zeigt sich eine Signifikanz der Konzentrationsbeeinflussung mit p=0,03 durch die Wechselwirkung von Zeit und Gruppe, wobei die FM-Gruppe höhere Anstiege hatten. Auch die CD3+ Zellen zeigen in ihrer Konzentration signifikant unterschiedliche Verläufe bei den Gruppen, mit höheren Werten in der Patientengruppe. Die CD19+ Zellen zeigen in der zweifaktoriellen Varianzanalyse durch die Wechselwirkung von Zeit und Depressivität keine signifikanten Differenzen, jedoch hatten die hoch depressiven Probanden tendenziell niedrigere CD19+ Konzentrationen als die niedrig-depressiven Probanden. Insgesamt kann man von einer Aktivierung der Immunparameter in der Fibromyalgiegruppe sprechen, wobei der genaue Mechanismus letztendlich noch unklar bleibt.

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