Die Praktikabilität des BODE-Index bei schwer exazerbierten COPD-Patienten

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Die COPD zählt zu den häufigsten Erkrankungen weltweit, deren Morbidität und Mortalität weiter ansteigen. Sie wird definiert als eine chronische, nicht vollständig reversible Atemwegsobstruktion, gemessen anhand der Einsekundenkapazität (FEV1) und der Vitalkapazität (VC). Mittels dieser Parameter kann der Schweregrad nach der GOLD-Klassifikation festgelegt werden.Studien beweisen zunehmend, dass die COPD nicht nur eine Lungen-, sondern auch eine Systemerkrankung ist. Betroffen werden das kardiovaskuläre und muskuloskelettale System. Hinzu kommen eine systemisch nachweisbare Inflammation und depressive Symptome. Diesen Erkenntnissen Rechnung tragend wurde der BODE-Index entwickelt. Er setzt sich aus dem Body-Mass-Index (BMI), der Obstruktion (FEV1), dem Dyspnoegrad (MMRC-Dyspnoe-Skala) und der Exercise Capacity (6-Min-Gehtest) zusammen und gilt als besserer Prädiktor der Mortalität als die FEV1 alleine. Zudem korreliert er mit der Lebensqualität und der Exazerbationsfrequenz. In allen bisher publizierten Arbeiten wurde sein Vorhersagewert jedoch nur an klinisch stabilen Patienten untersucht.Die vorliegende Arbeit sollte dazu dienen, die Praktikabilität des BODE-Index bei schwer exazerbierten COPD-Patienten im stationären Bereich zu evaluieren sowie seine Korrelationen mit Liegezeit, Indikation zur Sauerstofftherapie, Glukokortikoiddosis und Exazerbationsfrequenz zu untersuchen.Dazu wurden 218 exazerbierte COPD-Patienten rekrutiert. Von diesen 218 Patienten konnte bei 42 der BODE-Index erhoben werden das Kollektiv mit BODE-Index. Bei 139 Patienten kamen Ausschlusskriterien zum Tragen, so dass der BODE- Index nicht bestimmt werden konnte das Kollektiv ohne BODE-Index. Dabei führte der 6-Min-Gehtest am häufigsten zum Ausschluss, denn er konnte bei 80% der Patienten des Kollektivs ohne BODE-Index aufgrund des schlechten Allgemeinbefindens, der Dyspnoe oder muskulärer Schwäche nicht durchgeführt werden. 39 Patienten schieden wegen einer unvollständigen Datenlage aus.Beide Kollektive unterschieden sich weder im Altersdurchschnitt noch in der Geschlechterverteilung. Jedoch hatte das Kollektiv mit BODE-Index eine um durchschnittlich zwei Tage kürzere Liegezeit (p = 0,048; Mann-Whitney-U-Test), und es bestand deutlich seltener die Indikation zur passageren und zur Sauerstofflangzeittherapie (p = 0,005; Chi2-Test nach Pearson). Alle Patienten, bei denen der BODE-Index nicht erhoben werden konnte (Kollektiv ohne BODE-Index), waren somit schwerer erkrankt als die Patienten, bei denen es möglich war den BODE-Index zu berechnen (Kollektiv mit BODE-Index).Der BODE-Index verbesserte sich unter der stationären Therapie um 1,1 Punkte (p = 0,001; t-Test für abhängige Stichproben). Die Untersuchung der Korrelationen zwischen BODE-Index und Liegezeit, Indikation zur Sauerstofftherapie und Glukokortikoiddosis ergab, dass nur zwischen BODE-Index und Liegezeit ein statistisch signifikanter Zusammenhang bestand (p = 0,013, Chi2-Test nach Pearson). Für alle anderen Variablen konnte keine Korrelation nachgewiesen werden. Insbesondere korreliert der BODE-Index, erhoben an schwer exazerbierten Patienten, nicht mit der Exazerbationsfrequenz.Durch die vorliegende Arbeit wurde festgestellt, dass der BODE-Index für den Alltag in einem Akutkrankenhaus unbrauchbar ist, da schwergradig exazerbierte Patienten häufig nicht in der Lage sind, alle für den BODE-Index notwendigen Untersuchungen zu durchlaufen. Dabei ergab sich die größte Einschränkung durch den 6-Min-Gehtest.Aufgrund dieses Resultates ist es für zukünftige Studien von besonderem Interesse zu überprüfen, welche Parameter den 6-Min-Gehtest im BODE-Index ersetzen könnten, damit der so modifizierte BODE-Index auch bei schwer exazerbierten COPD-Patienten Anwendung finden kann.

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Giessen : VVB Laufersweiler

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