Nachweis von Autoantikörpern gegen Disulfid-Isomerase ER-60 bei Männern mit entzündlich bedingten Fertilitätsstörungen
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Zusammenfassung
Nachweis von Autoantikörpern gegen ER-60 bei Männern mit entzündlich bedingten Fertilitätsstörungen- eine Pilotstudie Einleitung: Infektionen oder Entzündungen des Genitaltraktes (IEG) zählen zu den häufigsten Ursachen männlicher Fertilitätsstörungen. Ausgehend von einer hohen Rate primär chronischer, asymptomatischer Verläufe ist die Diagnostik jedoch häufig unbefriedigend. Diese stützt sich vor allem auf den Nachweis von Erregern, erhöhten Leukozytenzahlen, sowie Entzündungsmediatoren im Ejakulat. Hierbei bleibt eine Hodenbeteiligung zumeist unerkannt, wenn keine Biopsie vorgenommen wird. In Vorversuchen konnten drei Proteine (ER-60, Transferrin, TCP-1) identifiziert werden, gegen die gehäuft Antikörper in Seren von Männern mit IEG gerichtet waren. Eines dieser Autoantigene ist die Disulfid-Isomerase ER-60, die auch im tierexperimentellen Modell der chronischen Orchitis der Ratte gefunden wurde.Material und Methoden: Zur Etablierung eines ELISA wurde rekombinantes humanes ER-60-Protein hergestellt. Serumproben folgender Kollektive wurden untersucht: Gesunde Männer mit Normozoospermie (n= 21, Kontrollgruppe 1); Männliche Blutspender (n=21, Kontrollgruppe 2); Patienten mit eingeschränkter Ejakulatqualität (Spermienkonzentration unter 15 Mio./ml) ohne IEG (n=17, Gruppe 3); Patienten mit IEG (n=32, Gruppe 4); Patienten mit histologisch gesicherter testikulärer Entzündung (n=14, Gruppe 5); Patienten nach antiinflammatorischer Pharmakotherapie der IEG (n= 18, Gruppe 6); Patienten mit akuter Epididymo- Orchitis (n=19, Gruppe 7).Ergebnisse: Die höchsten Titer ER-60- spezifischer Antikörper fanden sich bei infertilen Männern mit histologisch gesicherter testikulärer Entzündung (Gruppe 5), gefolgt von Patienten mit IEG (Gruppe 4). Signifikant niedrigere Titer wurden dagegen in den übrigen Kollektiven gemessen, mit einem Minimum in den beiden Kontrollgruppen (p<0.001). Schlussfolgerungen: ER-60 stellt auch im humanen System ein relevantes Antigen dar, gegen das bei Patienten mit Entzündungsprozessen im Genitaltrakt erhöhte Autoantikörper-Titer induziert werden. Erhöhte Titer ER-60-spezifischer Antikörper sind somit möglicherweise als nicht-invasiver diagnostischer Marker geeignet.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
