Zufriedenheit und Lebensqualität von Brustkrebspatientinnen nach modifiziert-radikaler Mastektomie - zukünftige Beratungsstrategien für die präoperative Patientenaufklärung : eine retrospektive Untersuchung der Universitätsklinik Gießen und der Asklepios Klinik Lich

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Die aktuelle Standardtherapie des frühen Mammakarzinoms ist die brusterhaltende Therapie (BET), gefolgt von einer Bestrahlung. Die Überlebensraten sind gleich denen nach modifiziert-radikaler Mastektomie (MRM). Viele Patienten mit der Diagnose eines frühen Mammakarzinoms haben eine normale Lebenserwartung. Dies stellt die Frage nach funktionellen und psychologischen Langzeitfolgen. Fragestellung: Das Studienziel war, die präoperative Beratungssituation von brustkrebspatientinnen zu verbessern. Dabei sollte die MRM auf Vorteile gegenüber der BET geprüft werden. Dies betraf die Kategorien postoperative Zufriedenheit,Lebensqualität (LQ) sowie verschiedene psychosoziale Gesichtspunkte. Methodik: 377 Patientinnen mit Mammakarzinomoperation (79% BET; 21% MRM) in derUniversitätsklinik Gießen und der Asklepios Klinik Lich beantworteten frühestens 4 Monate und spätestens neun Jahre nach Diagnose einen Fragebogen. Dieser fragte die Bereiche präoperative Beratung, Zufriedenheit mit der Operation, Strahlentherapie, LQ, physische Zufriedenheit, subjektive Morbidität und Sexualleben ab. Nachfolgend wurden u.a. Unterschiede zwischen den Kollektiven MRM und BET mittels nicht-parametrischer Testverfahren (Mann-Whitney-Test) berechnet. Ergebnisse: Die Zufriedenheit mit der Operation war insgesamt hoch, jedoch nach MRM signifikant geringer als nach BET. Einen Einfluss auf die Zufriedenheit hatten die Kosmetik, die Beratung, die LQ und die Erfüllung des präoperativen Behandlungswunsches. Es zeigte sich eine signifikante Abnahme der LQ infolge der Operation, unabhängig vom Verfahren. Eine bedeutende Rolle spielten in Bezug auf die postoperative LQ die körperliche Aktivität, das kosmetische Ergebnis, die seelische Stabilität und die sexuelle Zufriedenheit. Im Bereich physische Zufriedenheit schnitten Frauen nach MRM schlechter ab. Bezüglich Sexualleben und Angst vor Rezidiv konnten keine Unterschiede festgestellt werden. Patientinnen nach MRM haben größere Angst vor einer Bestrahlung. Schlussfolgerung: Es zeigten sich einige Vorteile und verschiedene Nachteile der MRM gegenüber der BET. Die postoperative LQ ist unabhängig vom Operationsverfahren. Sie sollte mittels präventiver Beratung optimiert werden. Die MRM auf Wunsch der Patientin, im Rahmen einer partizipativen Entscheidungsfindung, ist im Hinblick auf psychosoziale Aspekte eine zeitgerechte Therapie und für einige Patientinnen eine realistische Option in der operativen Therapie des Mammakarzinoms.

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