Die transkutane Sonographie des Hodens beim kryptorchiden Hengst

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In der vorliegenden Arbeit wurde die Tauglichkeit der transkutanen Sonographie am stehenden Pferd als nichtinvasive Methode zurDiagnostik kryptorchider Hengste hinsichtlich ihrer Effektivität, Zuverlässigkeit und Praktikabilität untersucht. In den Jahren 1997 bis2002 wurden an der Chirurgischen Veterinärklinik der Justus-Liebig-Universität in Gießen 58 Hengste im Alter von 10 Monaten bis 7Jahren mit Verdacht auf Kryptorchismus palpatorisch und sonographisch untersucht und anschließend kastriert. Die Untersuchungerfolgte am stehenden, im Behandlungsstand gesicherten Pferd. Bei den sonographischen Untersuchungen kam ein Ultraschallgerätvom Typ Petscope 20® der Firma Kranzbühler zum Einsatz. Nach erfolgter Palpation des Skrotums und der Leistengegend wurdendieselben Regionen zuerst oberflächlich mit einem 7,5 MHz Linearschallkopf und anschließend tiefer gelegene Strukturen mit einem3,5 MHz Konvexschallkopf untersucht. Im Verlauf der Untersuchungen kam kein Tier oder Mensch zu schaden. Die Untersuchungenergaben, dass sich palpatorisch 60 % der oberflächlich inguinal gelegenen und 7 % der tief inguinal gelegenen Hoden jeweils mit einerSpezifität von 100 % nachweisen ließen. Unvollständig oder vollständig abdominal gelegene Hoden waren transkutan nicht zupalpieren. Demgegenüber ließen sich mittels transkutaner Sonographie 100 % der oberflächlich inguinal gelegenen und 93 % der tiefinguinal gelegenen Hoden mit einer Spezifität von jeweils 100 % darstellen. Von den unvollständig abdominal gelegenen Hoden ließensich 50 % mit einer Spezifität von 75 % sonographisch identifizieren. Vollständig abdominal gelegene Hoden ließen sich transkutansonographisch nicht darstellen. Präoperativ errechnete Hodenvolumina waren im Schnitt um 18 % kleiner als die postoperativsonographisch ermittelten bzw. errechneten Hodenvolumina. Diese Abweichungen waren signifikant. Das sonographische Bild derLeistengegend, sowie oberflächlich inguinal gelegener, tief inguinal gelegener und unvollständig abdominal gelegener Hoden wirdanhand von Beispielen ausführlich beschrieben und erläutert. Der normalentwickelte intraskrotal gelegene Hoden stellt sich imUltraschallbild längsoval, homogen, grau, granulär und von mittlerer Echogenität dar. Mittig ist regelmäßig die anechogene Zentralvenebegrenzt durch echoreiche Linien zu erkennen. Demgegenüber ist der kryptorche Hoden von kleinerer Größe, zum Teil hypoechogenerund die Zentralvene nicht immer darstellbar. Form, Struktur und Homogenität des kryptorchen Hodens ist vergleichbar mit demphysiologisch Hoden. Für die korrekte Diagnose ist die Lokalisation des kryptorchiden Hodens im Verhältnis zum Musculus obliquusinternus abdominis notwendig. Die transkutane Sonographie ist somit ein gefahrloses, gut geeignetes, hoch sensitives undspezifisches Verfahren zur Diagnostik kryptorchider Hengste mit oberflächlich und tief inguinal gelegenen Hoden. Mit dem Einsatzzunehmend verbesserter Technik ist auch mit besseren Ergebnissen bei der Diagnostik unvollständig abdominal gelegener Hoden zurechnen. Vollständig abdominal gelegene Hoden lassen sich transkutan nicht sonographisch darstellen. Es sollten aber erst nacherfolgloser transkutaner sonographischer Untersuchung risikoreichere Methoden zur Diagnostik von kryptorchiden Hengsten inBetracht gezogen werden.

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Erstpublikation in

Wettenberg : VVB Laufersweiler 2003

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