Untersuchungen zur Nabelinvolution beim Kalb der Rasse Deutsch Holstein post natum
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Zusammenfassung
In der vorliegenden Studie wurden bei 126 Kälber der Rasse Deutsch Holstein, die in dem Zeitraum vom 1. Juli 2018 bis zum 31. Juli 2019 in der Lehr- und Versuchsanstalt Hofgut Neumühle geboren wurden, die Involution der extraabdominalen Nabelstrukturen über 10 Wochen und die sonographisch darstellbaren Nabelstrukturen am 14. LT (± 2 Tage) erfasst. Außerdem wurden die Effekte zweier Methoden der Nabeldesinfektion (Jod-Lösung und Engemycin®-Spray) auf die Nabelinvolution sowie auf das Auftreten von Nabelerkrankungen im Vergleich zu einer Gruppe ohne Desinfektion analysiert.Dabei konnten folgende Ergebnisse erzielt werden:- Die extraabdominalen Nabelstrukturen bilden sich über die ersten beiden Lebenswochen signifikant zurück (p = 0,000). Bis zur zehnten Lebenswoche findet ein durchschnittlicher Rückgang des Hautnabelumfanges um ca. 1,7 cm, der Hautnabellänge um ca. 2,0 cm und des Nabelstrangdurchmessers um ca. 0,9 cm statt.- Die durchschnittliche Nabelschnurlänge direkt p. n. beträgt 19,5 ± 9,9 cm. Sie ist nicht signifikant abhängig vom Geburtsverlauf (r = 0,009; p = 0,922), der Geburtslage (r = 0,074; p = 0,416) und dem Geburtsgewicht (r = 0,024; p = 0,791) des Kalbes. Außerdem hat die Nabelschnurlänge keinen signifikanten Einfluss auf den Zeitpunkt des Ablösens vom Hautnabel (r = 0,126; p = 0,576). Bei 23 täglich untersuchten Kälbern wurde der Verlust der Nabelschnur mit 15,2 ± 3,2 Tagen dokumentiert.- Die Bullenkälber haben einen signifikant größeren Nabelstrangdurchmesser als die Kuhkälber (p = 0,000). Dies zeigt sich auch sonographisch. Die sonographisch darstellbaren Nabelvenen an Pos. 3 und die Nabelvene an Pos. 5 sind bei den männlichen Tieren signifikant größer als bei den weiblichen.- Das Geburtsgewicht hat einen signifikanten Einfluss auf den Nabelstrangdurchmesser (p = 0,001). Dies zeigt sich zusätzlich sonographisch in den beiden proximalen Positionen (Pos. I und Pos. II). Die Tiere mit einem höheren Geburtsgewicht haben eine signifikant größere intraabdominal darstellbare Nabelvene an Pos. 4 und Pos. 5 als Tiere mit einem geringeren Geburtsgewicht. Die Kleinere der beiden darstellbaren Nabelvenen an Pos. 3 zeigt ebenfalls eine signifikante Größenabhängigkeit zum Geburtsgewicht.- Das Geschlecht des Kalbes hat keinen signifikanten Einfluss auf die Hautnabellänge, den Hautnabelumfang sowie die Zeitdauer der Abtrocknung der Nabelschnur. Das Geschlecht und das Gewicht beeinflussen die Länge der Nabelschnur sowie die Größe der sonographisch darstellbaren Nabelarterien nicht signifikant.- Die Nabeldesinfektion hat im Vergleich zur unbehandelten Kontrollgruppe insgesamt keinen signifikanten Einfluss auf die Involution der Nabelstrukturen.- Die Hypothese, dass eine mit Engemycin®-Spray versorgte Nabelschnur langsamer abtrocknet, konnte nur bei den weiblichen Tieren innerhalb der ersten Lebenswoche nachgewiesen werden (p = 0,043).- Es kann keine Aussage darüber getroffen werden, ob eine Nabeldesinfektion zur Prävention von Nabelerkrankungen führt, da keine Entzündungen auftraten. Ein Einfluss der Nabelschnurlänge auf die Krankheitsinzidenz besteht nicht.Zusammenfassend ist festzustellen, dass bei Bullenkälbern und Tieren mit höheren Geburtsgewichten größere Nabelstrukturen vorliegen als bei Kuhkälbern und Tieren mit einem geringeren Geburtsgewicht. Die Wirksamkeit einer Nabeldesinfektion auf die Nabelinvolution und auf das Auftreten von Nabelerkrankungen konnte nicht nachgewiesen werden. Ob dies generell zutrifft oder nur für den Betrieb gilt, in dem die Untersuchung durchgeführt wurde, muss zukünftig geklärt werden.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Gießen : http://www.dvg.net/ DVG Service GmbH
