Über die Pathophysiologie, der durch Diabetes mellitusbedingten Komplikationen herrscht immer noch weitgehendUnklarheit. Es gibt allerdings Hinweise, dass der Polyol-Stoffwechsel mit den daraus entstehenden Metaboliten Sorbitolund Fructose, einen entscheidenden Einfluss auf dieEntstehung der Polyneuropathie hatten. Das entscheidendeEnzym in diesem Polyol-Stoffwechsel ist die Aldose-Reduktase, welche in fast allen Geweben, in denenLangzeitkomplikationen des Diabetes eine Rolle spielen,vorkommt. So liegt es nahe dieses Enzym gezielt zu hemmen,um eine deutliche Verringerung, der die Gewebe schädigendenStoffe zu erreichen. Die Substanz CP 73,880 ist ein Nicht-Kompetetiver Hemmer des Aldose-Reduktase. In vorabstattfindenden Experimenten hat sich gezeigt, das CP 73,880die Akkumulation des hauptsächlich die Nerven schädigendenSubstanz, Sorbitol, hemmen kann.
Das Ziel dieser Arbeit ist die Effektivität einer Therapie mitCP73,880 am Beispiel der Messung derNervenleitgeschwindigkeit im Nervus ischiadicus, der durchStreptozotocin diabetisch gemachten Ratten, zu zeigen. Zudiesem Zweck wurden mehrere Tiergruppen gebildet, um dieAuswirkungen der Therapie sowohl über eine kurze, als auchüber einen langen Zeitraum, sowie auch mit verschiedenenzusätzlichen Therapieformen zu prüfen.
Es ist deutlich zu erkennen, das es Unterschiede in denBasalwerten der durchschnittlichen Nervenleitgeschwindigkeitvon Versuchsbeginn an gibt. Dies macht die Vergleichbarkeitder Daten schwierig. Interessanterweise starben weniger Tierenach Streptozotocin-Injektion in der Gruppe, die mit CP 73,880behandelt wurden, im Vergleich zu den Tieren, die mit Insulinbehandelt wurden oder ohne jede Therapie blieben. Aucherschien die Steigerung der durchschnittlichenNervenleitgeschwindigkeiten der Gruppe, die nach einemtherapeutischen Intervall mit CP 73,880 behandelt wordenwaren, Hinweise zu geben auf die Wirksamkeit desMedikamentes.
Unterschiede in den Basisausgangswerten sowie die hoheSterblichkeit der Tiere machen es schwierig, dieseBeobachtung statistisch einwandfrei zu belegen.Eventuell spielt es auch eine nicht zu unterschätzende Rolle,das speziell die Tiere, die überlebt haben, auch eine hoheResistenz gegenüber der Schädigung von Sorbitol gezeigthaben.
An den Grundgedanken dieser Studie ändert dies jedochnichts. Es bleibt ein auf jeden Fall weiter zu verfolgenderAnsatz, die Wirkung von neuen Medikamenten, die den Polyol-Stoffwechsel betreffen, auf diese Art nachzuweisen.
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