Gesundheitsökonomie als Entscheidungshilfe : kritische Diskussion der Grundlagen, -Anwendung auf die Behandlung von Schizophrenie und schwerer Sepsis- Empirischer Test
Gegenstand der vorliegenden kumulativen Promotion ist die Analyse des Beitrags der Gesundheitsökonomie als Entscheidungshilfe im Allgemeinen an ausgewählten Beispielen. Diese Zielsetzung untergliedert sich in drei Subziele.
Zum einen wird untersucht, welche Beiträge die Gesundheitsökonomie für die Entscheidungshilfe leisten kann.
Zum anderen werden aber auch die Anwendungshindernisse gesundheitsökonomischer Erkenntnisse analysiert.
Auf dieser Grundlage aufbauend werden als dritte Zielsetzung mögliche Ansätze vorgestellt, die den Beitrag der Gesundheitsökonomie als Entscheidungshilfe verbessern können.
Die Beiträge der Gesundheitsökonomie liegen in der Optimierung der Allokation knapper Ressourcen. Diese Allokation wird teilweise oder ganz verhindert. Gründe dafür sind die politischen Rahmenbedingungen und methodischen Probleme.
Es wird erklärt, welche Beiträge die Artikel
Wissenschaftstheoretische Überlegungen zur Werturteilsproblematik der so genannten vierten Hürde,
Kosten der Frühverrentung am Beispiel der Schizophrenie,
Kosten der Schizophreniebehandlung in Deutschland und
Constructing an Index for the subjective Well-being under Neuroleptic Scale (SWN)
zur Überwindung politischer Rahmenbedingungen und methodischer Probleme leisten.Vor dem Hintergrund dieser Hindernisse und im Hinblick auf die dargestellten Ansätze zur Überwindung dieser Probleme sind zur Erschließung des Nutzenpotenzials gesundheitsökonomischer Studien und der damit verbundenen Optimierung der Allokation knapper Ressourcen für diejenigen, die für die politischen Rahmenbedingungen verantwortlich sind, m. E. noch folgende Aufgaben zu bewältigen:
Entscheidungsinstanzen
Als Entscheidungsinstanz fungiert in Deutschland hauptsächlich der gemeinsame Bundesausschuss. Dieser ist sowohl was seine Legitimität als auch seine Kompetenz angeht kritisch zu betrachten. Es wäre wünschenswert, eine Entscheidungsinstanz zu haben, deren Legitimität und Kompetenz außer Frage steht.
Nutzendefinition
Der Terminus Technicus Nutzen ist weder im SGB V noch im AMG definiert. Ohne den Zielparameter Nutzen kann aber keine Optimierung der Allokation erfolgen.
DatentransparenzDie für eine Optimierung der Allokation notwendige Datentransparenz existiert nicht. Ansätze wie die Gesundheitskarte liegen vor und sollten umgesetzt werden.
Validität der AllokationsinstrumenteDie Validität der QALY-Instrumente ist nicht gewährleistet und sollte deshalb geschaffen werden.
Sowohl die oben gezeigten Ergebnisse, als auch die zugrunde liegende Theorie sprechen dafür, dass die Lösung dieser Aufgaben zu einer Effizienzverbesserung führen würde.
Schöffski drückte die mögliche Perspektive einer validen Optimierung der Allokation knapper Ressourcen so aus: Gesundheitsökonomie mag zwar die Vertreibung aus dem Paradies der unbegrenzten Ressourcen erkennbar gemacht haben, ihre Anwendung brächte uns jedoch dem Paradies durch die effiziente Nutzung knapper Ressourcen wieder ein Stück näher .
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