Arthroskopische vs. mini-open Fadenankertenodese bei Pulley-Läsionen - Eine retrospektive Kohortenanalyse des klinischen Outcomes

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Fragestellung: Pulley-Läsionen sowie deren operative Therapiemethoden gelten bislang noch als Minorität unter den eruierten Erkrankungen der Rotatorenmanschette. In dieser Studie wird das klinische und strukturelle Outcome der arthroskopischen und mini-open Fadenankertechnik (AFT/MOFT) mit Tenodese der langen Bizepssehne (LBS) und Rekonstruktion der partiell geschädigten Supraspinatus- und / oder Subscapularis-Sehnen infolge von Pulley-Läsionen gegenübergestellt. Hypothesen: Es besteht ein Unterschied hinsichtlich der Schmerzsymptomatik (H1), der Beweglichkeit (H2) und Kraft (H3), Alltags- bzw. Funktionsfähigkeit der Schulter (H4) und des kosmetischen Resultats (H5). Demgegenüber impliziert die Nullhypothese, dass kein Unterschied zwischen AFT und MOFT erkennbar ist. Methodik: In dieser retrospektiven, nicht-randomisierten Studie wurde der Datensatz von 120 Patienten (AFT: 58 / MOFT: 62) mit Pulley-Läsion (Grad I bis IV) und kombinierter LBS-Schädigung erhoben, die zwischen 09/2006 und 03/20011 eine AFT bzw. MOFT erhielten. Es kamen strenge Identifikationskriterien zum Einsatz. Die zwei großen Operationsgruppen wurden zudem in drei Nachuntersuchungs-Zeitspannen in die Chroniken 4 bis 12 Monate (Kurzzeit), 13 bis 24 Monate (Mittelzeit) und 25 bis 48 Monate (Langzeit) gegliedert. Es wurde der Constant-Murley- und der Lange-Bizepssehnenscore (CM- / LBS-Score) sowie die Sonografie erhoben. Die Datenverarbeitung erfolgte mit Hilfe des Computerprogramms SPSS 20.0. Ergebnisse: Insgesamt nahmen 51 weibliche (AFT: 30 / MOFT: 21) und 69 männliche (AFT: 28 / MOFT: 41) Probanden mit einem Ø-Alter von 55,19 ± 10,10 Jahren (AFT: 58,52 ± 10,64 / MOFT: 52,08 ± 8,54) an der Studie teil. Es lagen folgenden Läsionen vor: 10 x Pulley-I (AFT: 8 / MOFT: 2), 40 x Pulley-II (AFT: 21 / MOFT: 19), 52 x Pulley-III (AFT: 13 / MOFT: 39), 18 x Pulley-IV (AFT: 16 / MOFT: 2). Der Ø-Messzeitpunkt lag bei 20,97 ± 11,07 Monaten (AFT: 19,38 ± 10,77 / MOFT: 22,45 ± 11,22). Im Gesamtvergleich zeigte die AFT-Gruppe hinsichtlich der Funktionsfähigkeit Arbeit und Schlaf sowie der Schmerzwahrnehmung (CM-Score) und den Parametern Krämpfe und Speed-Test (LBS-Score) signifikante Fortschritte. Die MOFT-Gruppe wies signifikant bessere Kosmetikergebnisse (LBS-Score) auf. Der Kurzzeitvergleich zeigte signifikante Verbesserungen ausschließlich der MOFT-Gruppe in den Parametern Beweglichkeit und Kraft (CM-Score) sowie im LBS-Score Gesamtergebnis und LBS-Schmerzen. Der Mittelzeitvergleich war geprägt von signifikanten Verbesserungen ausschließlich der AFT-Gruppe im CM-Score Gesamtergebnis, Schmerz, Aktivitäten des täglichen Lebens und Beweglichkeit sowie im LBS-Score Schmerz, Krämpfe, Speed-Test und Kraft. Im Langzeitvergleich zeigten sich positive Signifikanzen der AFT-Gruppe hinsichtlich des CM-Score Gesamtergebnis und Schlaf sowie der Schmerzparameter (CM- und LBS-Score). Schlussfolgerung: Die MOFT-Gruppe erreichte kosmetisch bessere Resultate (obgleich jene nicht durchgängig Signifikanz zeigten) und eine niedrigere Dislokationsrate. Die AFT führte dagegen zu deutlich weniger Schmerzen. Die Nullhypothese konnte falsifiziert werden. Hinsichtlich der verbleibenden hypothesenrelevanten Parameter Kraft, Beweglichkeit und Alltags- bzw. Schulterfunktionsfähigkeit wurden keine endgültigen Aussagen festgestellt.

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