Die Wertigkeit der fäkalen Tumor M2-Pyruvatkinase als diagnostischer Marker bei kolorektalen Karzinomen und Polypen
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Zusammenfassung
In Deutschland erkranken jährlich ca. 57.000 Menschen an einem kolorektalen Karzinom, dieHälfte dieser Patienten stirbt an den Folgen dieser Erkrankung und es ist somit hierzulandedie zweithäufigste Krebstodesursache. Da sich das kolorektale Karzinom im Rahmen derAdenom-Karzinom-Sequenz über mehrere Jahre entwickelt, ist diese Erkrankung beieffektivem Screening und frühzeitiger Diagnosestellung, bzw. Detektion ihrer Vorstufenheilbar. Die Koloskopie steht als Goldstandard seit 2002 zur Verfügung, wird jedoch nur ingeringem Umfang von der Bevölkerung genutzt. Alternative Stuhltests zum Nachweisokkulten Blutes weisen eine geringe Sensitivität auf und verkennen nicht-blutende Prozesse,anderweitige Testverfahren sind oft mit erheblichem apparativem oder finanziellem Aufwandverbunden. Somit besteht die Notwendigkeit einer breit akzeptierten, alltagstauglichen,aussagekräftigen, kostengünstigen Screeningmethode. Die Pyruvatkinase stellt ein Schlüsselenzym der Glycolyse dar, welches in verschiedenenIsoformen existiert. Im Rahmen der Tumorgenese kommt es zum Verlust der jeweiligengewebespezifischen Isoform und zur Expression des Isoenzyms Typ M2. Das initialbiologisch hochaktive, tetramere Isoenzym zerfällt hierbei in eine nahezu inaktive dimereForm die Tumor M2-Pyruvatkinase . Diese kann mittels eines ELISA (ScheBo®BiotechAG; Giessen, Deutschland) in EDTA-Plasma und Stuhl nachgewiesen werden. ErhöhteTumor M2-PK-Werte in EDTA-Plasma sind für Patienten mit verschiedensten Karzinomenvorbeschrieben. Eine Bestimmung der fäkalen Tumor-M2-PK-Konzentration zeigte auf, dassdieses Isoenzym ein sensitiver Marker für kolorektale Karzinome ist. In der vorliegenden Arbeit wurden monozentrisch insgesamt 154 Personen eingeschlossen (28Karzinompatienten, 29 Polypenträger, 97 gesunde Kontrollen). Aus natürlich abgesetztenStuhlproben wurde mit Hilfe eines kommerziell erhältlichen ELISA die fäkale Tumor M2-PK-Konzentration quantitativ bestimmt. Hochsignifikante Unterschiede konnten hierbei zwischen kolorektalen Karzinomen vs.Kontrollen, Karzinomen vs. Polypen und auch bei einem Vergleich von Karzinomen vs.Polypen vs. Kontrollen ermittelt werden. Bei einem Cut-Off von 4 U/ml betrug dieGesamtsensitivität für das kolorektale Karzinom 78,6%, die Gesamtspezifität 85,6%. Ein signifikanter Unterschied für eine Abgrenzung zwischen Polypen- und Kontrollgruppekonnte bei Betrachtung des nicht aufgezeigt werden. Bei leider kleinem Stichprobenumfangerkannte man jedoch numerische Tendenzen der Mittelwerte. Ein Anstieg der fäkalen Tumor M2-PK-Konzentration bei zunehmender Polypengröße konntenicht eruiert werden. Störfaktor hierbei ist erneut der geringe Stichprobenumfang. Zudemliegen bis dato wenige Arbeiten zu diesem Thema vor. Betrachtet man innerhalb der Karzinomgruppe die fäkale Tumor M2-PK-Konzentration beisteigendem Tumorstadium, erkennt man einen Anstieg in Stadium T I - III, der von einem.Abfall im Stadium IV gefolgt wird. Ursächlich könnte hier neben sehr geringemStichprobenumfang die Definition dieses Tumorstadiums sein, das sich dieses nicht übereinen maximal großen, intraluminalen Primarius, sondern vielmehr über das Vorliegen vonFernmetastasen definiert. Die fäkale Tumor M2-PK ist somit ein innovativer Tumormarker, der preisgünstig,alltagstauglich, non-invasiv und relativ störunempfindlich ist, keine bestimmte Diät erfordert,blutende und nicht-blutende Prozesse erkennt und dessen Sensitivität und Spezifität die derFOBTs deutlich übertrifft. Kommt man der Forderung nach größeren, multizentrischenStudien nach, hat dieser Test das Potential, zu einer weiteren Mortalitätsreduktion deskolorektalen Karzinoms beizutragen, indem man beispielsweise positive Testbefunde einerKontrollkoloskopie unterziehen würde.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler 2008
