Unterschiede beim Stillverhalten türkischer Migrantinnen in Deutschland und türkischer Frauen in der Türkei

Lade...
Vorschaubild

Datum

Betreuer/Gutachter

Weitere Beteiligte

Beteiligte Institutionen

Herausgeber

Zeitschriftentitel

ISSN der Zeitschrift

Bandtitel

Verlag

Zusammenfassung

EinleitungInternationale Organisationen empfehlen, Kinder bis zu einem Alter von zwei Jahren und, wenn möglich, darüber hinaus zu stillen (WHO 1995, UNICEF 1999, Linkages 1999). Langes Stillen verringert die Entwicklung von Übergewicht, kindlichem Diabetes mellitus und Allergien. In Entwicklungsländern gibt es Hin-weise auf ein geringeres Erkrankungs- und Mortalitätsrisiko bei lange gestillten Kindern. Durch das Stillen kommt es bei der Mutter zur verbesserten Uterusrück-bildung, geringeren Blutungs- und Infektionsrisiken, mittelfristig rascher Ge-wichtsnormalisierung. Hinzu kommt eine bessere psychische Befindlichkeit und Schlafqualität sowie die begünstigte Entstehung einer intensiven Mutter Kind - Beziehung. Langes Stillen schützt die Mutter vor Karzinomen, wie Brust-, Ge-bärmutter- und Eierstock-Karzinomen. Gesunde und reife Säuglinge mit einem Gewicht innerhalb der Referenzwerte bis zu sechs Monaten sollten ausschließlich gestillt werden (WHO 1998). Eine zu frühe Gabe von Muttermilchersatz-Produkten und/oder Beikost hat nachweislich einen entscheidenden Einfluss auf die Verkürzung der gesamten Stilldauer (DGE 2000). Zurzeit werden weltweit durchschnittlich etwa 44 % der Säuglinge drei Monate ausschließlich gestillt (UNICEF 2001). Die Stilldauer und das ausschließliche Stillen werden durch eine Reihe von Faktoren begünstigt: Der Integrationsgrad stellt bei Migrantinnen einen der wichtigsten Einflussfaktoren dar. Ziel der vorliegenden Arbeit war die Erfas-sung der Stilldauerunterschiede zwischen türkischen Müttern in der Türkei und türkischen Migrantinnen in Deutschland.MethodikDas Patientenkollektiv dieser Studie umfasste 91 Mütter im Alter zwischen 20 und 46 Jahren, aus dem Bundesgebiet Hessen und aus der Türkei am Schwarzen Meer. Das Patientenkollektiv wurde unterteilt in türkische Migrantinnen in Deutschland und türkische Frauen in der Türkei. Es wurde ein Fragebogen zur Ermittlung von persönlichen Daten und Stillcharakteristika vor Ort zusammen ausgefüllt. Außerdem wurden soziodemographische Unterschiede, wie z.B. das Alter der Mütter, die Bildung der Eltern sowie die Rauchgewohnheiten der Mutter daraufhin überprüft, ob sie zu einem Unterschied in Bezug auf das Stillen beitragen. Die deskriptive und analytische statistische Auswertung der Daten erfolgte mit dem Programm Superior Performance Software System (SPSS®).ErgebnisseIn dieser Studie konnte gezeigt werden, dass türkische Migrantinnen in Deutsch-land ihre Säuglinge weniger und kürzer stillen als deutsche Mütter und als türki-sche Mütter in der Türkei.DiskussionDie Gesundheitsberatung für türkische Mütter in Deutschland kann das türkische, lückenlose Unterstützungssystem und das daraus resultierende Stillverhaltende der in der Türkei lebenden Mütter als Vorbild übernehmen. Innerhalb der Studi-enpopulation haben die türkischen Mütter in Deutschland ein niedrigeres Bil-dungsniveau als Mütter in der Türkei. Sie und ihre Ehemänner benötigen bessere Informationen über die Vorteile des Stillens und die Nachteile des frühen Abstil-lens und des Zufütterns. Türkische Mütter in Deutschland sollten über das Still-verhalten der deutschen Mütter mit mittlerem und hohem Bildungsniveau, die mehr und länger gestillt haben, informiert werden. Speziell muss Wert auf das Stillen der Säuglinge von türkischen Migrantinnen nach einem Kaiserschnitt gelegt werden. In der Zusammenschau der oben genannten Studien mit anderen Ländern stellt der Migrationshintergrund der Mütter den Hauptgrund für das frühe Abstillen oder für die ausschließliche Gabe von industrieller Fertignahrung dar. Mütter, die aus anderen Ländern immigriert sind, stillen kürzer als in ihrem Hei-matland; und diejenigen, die ihre Kinder trotz Migrationshintergrund stillen, sind in den meisten Fällen jene Mütter, die ein Unterstützersystem in Anspruch nehmen konnten.

Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen

Beschreibung

Anmerkungen

Erstpublikation in

Erstpublikation in

Sammelband

URI der Erstpublikation

Forschungsdaten

Schriftenreihe

Zitierform