Retrospektive computertomographische Studie zum Vergleich der Knochendichte des Processus coronoideus medialis ulnae von Hunden unterschiedlicher Rassen mit und ohne arthroskopischem Hinweis auf eine Koronoiderkrankung
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Zusammenfassung
Im Bezug auf die Koronoiderkrankung stellt die Computertomographie zum aktuellen Zeitpunkt das bildgebende Verfahren der Wahl dar. Fehlen dabei direkte Befunde am medialen Koronoid für die Diagnosestellung, wie beispielsweise ein Fragment oder eine Fissur im Knochen, so werden zusätzliche Befunde beschrieben, welche einen indirekten Hinweis auf das Vorliegen einer Koronoiderkrankung geben können. Dazu gehören eine vermehrte Sklerosierung an der Koronoidbasis und eine Dichteminderung im medialen Koronoid. Diese Beurteilung erfolgt subjektiv und es existieren bisher nur vereinzelte Studien, welche die Knochendichte des medialen Koronoid in der CT quantitativ untersuchen.Im Rahmen der vorliegenden Studie erfolgt eine objektive Beurteilung der Dichte des medialen Koronoid anhand computertomographischer Aufnahmen des Ellbogens. Die Untersuchung wird an Hunden durchgeführt, welche zur Abklärung und Behandlung einer Koronoidpathologie im Veterinärklinikum Gießen, Klinik für Kleintiere Chirurgie im Zeitraum von Juni 2006 bis Juni 2011 vorstellig wurden. Untersucht wird die Dichte des medialen Koronoid bei Ellbogen, deren Dichte in der Computertomographie subjektiv verändert erscheint, ohne dass ein Fragment oder eine Fissur zu erkennen ist. Eine Einteilung der Ellbogen in Koronoidpathologie nicht vorhanden und Koronoidpathologie vorhanden erfolgt anhand der Arthroskopiebefunde, welche im Anschluss an die CT-Untersuchung durchgeführt wurde. Es erfolgen sowohl Flächenmessungen als auch Untersuchungen der Knochendichte entlang definierter Messlinien innerhalb des medialen Koronoid an drei aufeinanderfolgenden Transversalschnitten. Ziel der Studie ist es, anhand der Ergebnisse eine Differenzierung von pathologischen und nicht pathologischen Veränderungen des medialen Koronoid zu ermöglichen.Insgesamt gingen 81 Ellbogen von 75 Hunden in die Studie ein. 27 Ellbogen zeigen dabei arthroskopisch keine Hinweise auf eine Koronoiderkrankung, 54 zeigen Veränderungen im Rahmen einer Erkrankung des medialen Koronoids. Die Ergebnisse der Flächenuntersuchungen des medialen Koronoid zeigen keine signifikanten Unterschiede sowohl in der mittleren, maximalen und minimalen Knochendichte als auch in der Flächengröße zwischen beiden Gruppen. Ellbogen mit einer Koronoiderkrankung zeigen eine im Mittel geringere Knochendichte des medialen Koronoid als Ellbogen ohne eine Koronoidpathologie. Da der Dichteunterschied jedoch nicht statistisch signifikant ist, kann anhand der mittleren Knochendichte kein Rückschluss auf das Vorliegen einer Koronoidpathologie erfolgen. Die Untersuchung der Knochendichte des medialen Koronoid entlang definierter Messlinien zeigt gelenknah einen signifikanten Unterschied der Dichte zwischen gesunden und erkrankten Ellbogen (G1a (p = 0,0358), G1e (p = 0,0038) und G2e (p = 0,0004)). Alle drei Messlinien befinden sich im kranialen Bereich des medialen Koronoid und ziehen von axial nach abaxial. In beiden Gruppen zeigt sich zentral als auch abaxial eine höhere Knochendichte als axial; diese Dichtezunahme ist in Ellbogen mit einer Koronoidpathologie stärker ausgeprägt als bei gesunden. Im zweiten Schnitt zeigen die Messlinien G2c und G3b mit p = 0,0106 bzw. p = 0,0006 einen signifikanten Unterschied in der Knochendichte zwischen beiden Gruppen in ihrem Verlauf. Beide Messlinien ziehen an die axiale Koronoidbasis. In beiden Gruppen zeigt sich eine höhere Knochendichte in Richtung Basis, welche auch hier in Ellbogen mit einer Koronoidpathologie signifikant stärker ausgeprägt ist als in Ellbogen ohne eine Koronoidpathologie. Untersuchungen der Messlinien im distalen Schnitt zeigen keine statistisch signifikanten Unterschiede in der Knochendichte zwischen beiden Gruppen. Als Ursache für die erhöhte Knochendichte bei koronoidkranken Ellbogen können eine erhöhte Belastung des Knochens, eine frühe Form der Arthrosebildung und pathologische Vorgänge im Rahmen der Koronoiderkrankung selbst diskutiert werden. Die regionale Verteilung der Messlinien mit einem signifikant unterschiedlichen Dichteverlauf zwischen Ellbogen mit und ohne eine Koronoidpathologie lassen eine Verteilung der Belastung von proximal nach distal Richtung Koronoidbasis vermuten.Welche Ursache für die erhöhte Knochendichte bei koronoidkranken Ellbogen verantwortlich ist oder ob die Veränderungen der subchondralen Knochendichte der einzelnen Schichten miteinander in Zusammenhang stehen oder eine voneinander unabhängige Erscheinung darstellt ist anhand der computertomographischen Befunde nicht zu klären. Weitere Untersuchungen des subchondralen Knochengewebes und der Knochenstruktur, bildgeberisch und histologisch, sind hierfür nötig, um sowohl den Ursprung als auch den Verlauf der knöchernen Veränderungen zu erforschen.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Gießen : http://www.dvg.net/ DVG Service Gmbh
