Die Suche nach alternativen Bekämpfungsstrategien gegen phytopathogene Pilze ist eine Antwort auf die Notwendigkeit, die Dosierungenund die Zahl synthetischer Fungizide zu verringern. In diesem Zusammenhang wurde in der vorliegenden Untersuchung die Wirksamkeitvon Trichoderma spp. als biologisches Mittel und BION® Benzo-(1,2,3)-thiadiazol-7-Carbothionsäure-S-Methylester-Benzothiadiazole(BTH) als Resistenzinduktor zur Kontrolle von Corticium rolfsii getestet. Die Benutzung von Hirsemehl zeigte nicht nur, daß dieses einewichtige Nahrungsquelle für die Pilze darstellt, wobei sowohl das Wachstum als auch Sporulation gefördert sein können, sondern aufgrundder niedrigen Kosten auch eine Alternative zu Labormaterialien ist. Aufgrund ihres breiten Spektrums sind Trichoderma spp. auch gegenandere bodenbürtige Pilze wie Pythium debaryanum, Pythium ultimun, Sclerotinia sclerotiorum, Fusarium oxysporum, Fusariumculmorum und Rhizoctonia solani, wirksam.
Bei Inokulationen der Pflanzen mit C. rolfsii spielen die Distanz zum Wirt, die Tiefe, die Menge und der Typ des Inokulums des Pathogensim Boden eine besondere Rolle. Hirsekörner können als Nahrungsquelle und Inokulumträger von Trichoderma spp. verwendet werden. DieAktivität und Effizienz von Trichoderma spp. gegen C. rolfsii kann in einem natürlichen Ökosystem durch die Formulierung, dieAufwandmenge, die Applikationsmethode, die Applikationszeit des Inokulums, den allgemeinen Nährzustand des Pilzes, denInokulumträger sowie die Inokulumkonzentration des Pathogens, die Wirtspflanze, die Temperatur, den Bodentyp, die Feuchtigkeit desBodens und das Auftreten von Fungiziden beeinflußt werden. Eine Vorinokulation des Bodens mit Konidiensuspensionen von Trichodermaspp. führte ebenfalls zur Steigerung der Effizienz des Antagonists bei der Bekämpfung von C. rolfsii. Die Effizienz von Trichoderma spp.sollte nicht nur wegen ihres antagonistischen Potentials gegen die Pathogene bewertet werden, sondern auch wegen ihrer Fähigkeit, dasWachstum von Pflanzen zu fördern und eine natürliche Resistenz gegen den Angriff von Erregern zu aktivieren.
Der Wirkungsgrad von BION® variiert je nach Konzentration, Pflanzenart und Applikationsmethode. Lösungen von BION® können in denBoden gegossen werden und durch die Wurzeln sehr gut in den oberirdischen Teil der Pflanzen transportiert werden. Die Wirksamkeit derResistenzinduktoren BION® WG 50 und BION® 100 EC, die natürlichen Abwehrmechanismen der Pflanzen gegen den Angriff von C. rolfsiizu aktivieren, hängt von der Inokulumkonzentration, dem Inokulumtyp sowie der Distanz des Inokulums zu den Samen ab. Die Anwendungder Resistenzinduktoren führte zur Reduzierung der Anzahl der Früchte, konnte aber deren Gewicht (g) steigern. Durch einen Restbefall vonC. rolfsii kann es zu einem späteren Zeitpunkt zu einer steigenden Mortalität und zu Ertragsdepressionen kommen. Die Effektivität derAbwehrmechanismen hängt von der Invasionsgeschwindigkeit des Pathogens und der Aufbaugeschwindigkeit mechanischer undchemischer Barrieren durch die Pflanzen ab. Abschließend kann festgestellt werden, daß bestimmte Mikroorganismen wie Trichodermaspp. als biologisches Mittel sowie die Anwendung von BION® als Resistenzinduktor der Pflanzen in der Landwirtschaft in Kombination mitanderen Methoden erfolgreich zur Bekämpfung zahlreicher Pflanzenkrankheiten eingesetzt werden können. Dabei verspricht dieAnwendung von Trichoderma spp. vor allem während der kritischen Infektionsperioden der Pflanzen eine hohe Wirksamkeit gegenbodenbürtige Pathogene, BION® besonders gegen Erreger von Blattkrankheiten. Wegen ihrer geringen Toxizität für die Umwelt, Anwenderund die Verbraucher pflanzlicher Lebensmittel sind Trichoderma spp. und BION® eine beachtenswerte Alternative zum Fungizideinsatz.
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