Verfahrenstechnische Konsequenzen zur Reduzierung der Arbeitserledigungskosten in landwirtschaftlichen Unternehmungen bei Beachtung unabweisbarer fachlicher und rechtlicher Führungsgrößen
Die ökonomische Situation landwirtschaftlicher Unternehmen in der BundesrepublikDeutschland ist im Vergleich zu außerlandwirtschaftlichen Einkommen nicht besonders gut.Nach den Ergebnissen des Agrarberichts vom Bundesministerium für Verbraucherschutz,Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) haben Ackerbaubetriebe die Einkommensrückgängeder letzten Jahre auch nicht durch die positiven Zahlen des Erntejahres 2004 kompensierenkönnen. Aber auch Untersuchungsergebnisse auf Vollkostenbasis, unter anderem vom'Betriebswirtschaftlichen Büro Göttingen', bestätigen eine deutliche Anspannung.Um die Bedeutung der landwirtschaftlichen Verfahrenstechnik zur Verbesserung dieserSituation einordnen zu können, wurde zunächst über den Begriff Technik und Technologie inder heutigen Landwirtschaft recherchiert.
Aber im betrieblichen Gesamtkonzept stellt die landwirtschaftliche Verfahrenstechnik nur einBaustein im Konstrukt aller Prozesse dar. In diesen so genannten Prozessketten wirdentweder steuernd oder regelnd eingegriffen, um die vorher beschriebenen Soll-Zustände,unter Berücksichtigung der Störgrößen, auch erreichen zu können. Auf der Basis desWissens zur Steuerung und Regelung wurde das landwirtschaftliche Unternehmen alsInformations- und Basissubsystem dargestellt. In diesem finden zum einen die Distributionvon Daten und Informationen sowie die Produktion von Informationen aus Rohdaten satt.Zum anderen ist in diesem System auch die Produktion von Gütern mit der damitverbundenen Distribution enthalten.
Damit die einzelnen Prozessketten in den verschiedenen Unternehmungen geregelt ablaufenkönnen, bedarf es der Berücksichtigung einschlägiger Führungsgrößen. In diesemZusammenhang wurden zum einen die betrieblichen Führungsgrößen genannt. Diesewurden anhand einer Pyramide als Ebenenmodell der landwirtschaftlichen Unternehmungbeschrieben. Demnach bildet die Feldebene die Basis, darauf aufbauend folgt dieProzessleitebene und Produktionsleitebene. Die Spitze der Pyramide wird durch dieUnternehmensleitebene dargestellt. Es gilt zu berücksichtigen, dass alle Ebenen diesesModells, oder besser gesagt alle beteiligten Personen, durch die verschiedenstenInformationsmedien miteinander verbunden sind.
Die Bedeutung und Verantwortung des Managements in solchen Unternehmungen nimmtstetig zu. Begründet dadurch wurden die Bereiche des Managements als Institution und alsFunktion näher erörtert. Aber auch die Anforderungen an den Manager sollten Anhand derBeschreibung von Schlüsselqualifikationen und Führungsstilen erfolgen.Neben diesen betriebsspezifischen Vorgaben mussten auch die rechtlichen Führungsgrößenangeführt werden. Gerade diese haben Einfluss auf die direkte Planung, Organisation undDurchführung landwirtschaftlicher Tätigkeiten. Aus diesem Grund werden die wichtigstenZusammenfassung 165Gesetze, Verordnungen und Richtlinien sowie die Handelsnormen in dieser Arbeitaufgearbeitet sowie zusammengefasst und als unabweisbare Führungsgrößen dargestellt.
Anhand von drei landwirtschaftlichen Unternehmen aus Sachsen sollte ein möglicherLösungsansatz aufgezeigt werden, wie sich die Produktionskosten am Beispiel derArbeitserledigungskosten, unter Berücksichtigung der bereits beschriebenen Vorgaben undFührungsgrößen, reduzieren lassen. Die in den Betrieben befindlichen Prozessabläufe mitder eingesetzten Verfahrenstechnik wurden beschrieben und dargestellt. Dazu wurde einBerechnungsmodell entwickelt mit dem zum einen die Ist-Situation und zum anderen diePlan-Situation dargestellt werden können. Die Plan-Situation gestaltete sich der Art, dass diedrei Betriebe gemeinschaftlich eine Verfahrenstechnik im Verbund nutzen sollten.
Abschließend wurden die erzielten Ergebnisse der verschiedenen Berechungsvarianten,unter Einfluss der vorher definierten Führungsgrößen, diskutiert und auf die Notwendigkeiteiner automatisierten Prozessdatenerfassung in landwirtschaftlichen Unternehmungenhingewiesen.
Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen