Bestimmung der Antibiotikaempfindlichkeit bei Brachyspira spp.-Stämmen von deutschen Mastschweinen aus den Jahren 2003 - 2005
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Zusammenfassung
Die Schweinedysenterie hat nach wie vor grosse Bedeutung für die Schweineproduktion.Neben prophylaktischen Massnahmen steht die antibiotische Therapie im Vordergrund. Fürden Therapieerfolg spielt die Antibiotikaempfindlichkeit des Erregers Brachyspira (B.)hyodysenteriae gegenüber den eingesetzten Chemotherapeutika eine entscheidende Rolle.Die Bestimmung der Antibiotikaempfindlichkeit von Brachyspiren, die vorab aus deutschenSchweinebeständen isoliert und anschließend im Labor charakterisiert wurden(Speziesbestimmung), war Ziel der vorliegenden Arbeit.Von 481 mittels Dunkelfeldmikroskopie vorgeprüften Kotproben von Schweinen wurden in 94Fällen Brachyspiren kultiviert. RFLP-Analysen identifizierten 48 (51,1 %) der Isolate alsB. hyodysenteriae, acht (8,5 %) als B. pilosicoli, 33 als B. innocens (35,1 %), zwei der Isolateals B. intermedia (2,1 %) und drei als B. murdochii (3,2%). Die phänotypischen Charakterisierungsversucheergaben hiervon abweichende Ergebnisse und wurden wegen ihrer mutmaßlichgeringen Sensitivität nicht berücksichtigt. Die Antibiotikaempfindlichkeitsprüfung derB. hyodysenteriae-Isolate (n = 48) als auch der weiteren Spezies (n = 46), im Folgenden als andere B. spp. bezeichnet, erfolgte im Agardilutionstest (ADT) und in einem Mikrobouillondilutionstest(MBDT), der in Anlehnung an CLSI-Normen für die Prüfung von Brachyspirenmodifiziert wurde.Insgesamt waren die unter Anwendung des MBDT für Tylosin, Lincomycin, Tiamulin undValnemulin ermittelten MHK-Werte niedriger als die mit dem ADT bestimmten Werte.Aufgrund dieser höheren Sensitivität wurden den nachfolgenden Aussagen die MBDTErgebnissezugrunde gelegt. Bei vergleichender Betrachtung aller MHK-Werte war eineweitaus geringere Empfindlichkeit gegenüber Tylosin und Lincomycin als gegenüber denPleuromutilinen Tiamulin und Valnemulin auffällig. Die B. hyodysenteriae-Isolate unterschiedensich hierbei in ihrer Antibiotikaempfindlichkeit nur unwesentlich von den anderen B. spp..Die MHK90-Werte von Tylosin gegenüber B. hyodysenteriae und den anderen B. spp. reichten von 1.000 bis 20.000 myg/ml, die von Lincomycin von 16 - 64 myg/ml, die von Tiamulinvon 0,31 - 1,25 myg/ml und jene von Valnemulin von 0,025 - 0,1 myg/ml. Gemessen anaktuellen Breakpoints war ein sehr großer Anteil der Isolate aus den Jahren 2003 bis 2005als intermediär und resistent gegenüber Tylosin (97%) und Lincomycin (61%) zu bewerten.Die entsprechenden Prozentzahlen für Tiamulin und Valnemulin betrugen dagegen lediglich10 % und 2 %.Anhand der durchgeführten Untersuchungen ist der MBDT aufgrund seiner höherenEmpfindlichkeit, Praktikabilität, Reproduzierbarkeit und methodischen Anlehnung an diebestehende CLSI-Norm zur Prüfung der Antibiotikaempfindlichkeit von Brachyspira spp. demADT als auch Bouillondilutionstesten in grösseren Volumenansätzen vorzuziehen. Nach derermittelten Antibiotikaempfindlichkeit von B. hyodysenteriae-Feldisolaten ist von Tylosin undLincomycin keine bzw. eine geringe klinische Wirksamkeit zu erwarten. Bezüglich derPleuromutiline ist in dem genannten Probenentnahmezeitraum dagegen von einer gutentherapeutischen Wirksamkeit auszugehen. Eine entsprechende Wirksamkeit ist auchgegenüber den anderen beim Schwein vorkommenden Brachyspira spp. zu erwarten.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler 2011
