Beziehungen zwischen Prionprotein-Genotypen und Leistungsmerkmalen bei verschiedenen Schafrassen
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Zusammenfassung
Das Ziel der vorliegenden Arbeit bestand darin, einerseits das Auftreten und die Frequenzen der PrP-Haplotypen und PrP-Genotypen bei bedeutenden Schafrassen in Hessen zu untersuchen und andererseits festzustellen, ob zwischen dem TSE Resistenz vermittelnden PrP-Haplotyp ARR und verschiedenen, aus ökonomischer Sicht bedeutenden Leistungs- sowie Fruchtbarkeitsparametern Assoziationen bestehen, die bei einer Zucht auf TSE resistente Schafe, gesetzlich verankert in der TSE Resistenzzuchtverordnung vom 17. Oktober 2005, zu berücksichtigen sind. Für die Berechnung der PrP-Haplotyp- und PrP-Genotypfrequenzen standen insgesamt 5048 Herdbuchtiere und deren Lämmer aus zwölf Rassen zur Verfügung. Dazu wurden 4426 Tiere nach DNA-Extraktion aus Vollblut an den Positionen 136, 154 und 171 des ovinen Prionproteins mit Hilfe der PCR-RFLP-Methodik genotypisiert. Darüber hinaus wurden die Leistungsdaten der Herdbuchtiere für Assoziationsstudien vom Hessischen Verband für Schafzucht und Schafhaltung e. V. zur Verfügung gestellt. Für die Rassen Coburger Fuchsschaf, Rhönschaf, Schwarzköpfiges Fleischschaf, Suffolk, Texel, Graue Gehörnte Heidschnucke, Merinolandschaf, Weißes Ostfriesisches Milchschaf und Shropshire wurde der Einfluss der PrP-Klassen ARR/ARR, ARR/XXX, XXX/XXX sowie einer Vergleichsgruppe bestehend aus Tieren derselben Betriebe jedoch unbekannter PrP-Genotypzusammensetzung (n. g.) auf die Bonitierungsmerkmale Wolle, Exterieur und Bemuskelung und die Fruchtbarkeitsmerkmale frühes und spätes Erstlammalter, durchschnittliche Zwischenlammzeit, Zahl der gesamt geborenen, verendeten und aufgezogenen Lämmer je Lammung und Aufzuchtziffer je Lammung untersucht. Innerhalb der Merinolandschafe und Rhönschafe von der Lehr- und Forschungsstation Oberer Hardthof wurde der Effekt der PrP-Klasse des Muttertieres und des Lammes selbst auf die durchschnittlichen Geburtsgewichte der Lämmer betrachtet. Für Bocklämmer der Rasse Merinolandschaf wurde die PrP-Klasse in Beziehung zu Ergebnissen der Mastleistung und der Schlachtkörperqualität gesetzt. Zwischen den Rassen zeigten sich sowohl hinsichtlich des PrP-Haplotypvorkommens wie auch hinsichtlich der Frequenzen der einzelnen PrP-Haplotypen und PrP-Genotypen große Unterschiede. Die Rassen Texel und Rhönschaf zeichneten sich durch das Auftreten aller fünf PrP-Haplotypen aus, innerhalb der Texelschafe konnten elf, innerhalb der Rhönschafe zehn PrP-Genotypen nachgewiesen werden. In der Rasse Kamerunschaf wurde der PrP-Haplotyp ARQ zu 100 % festgestellt. Die Frequenz des ARR-Haplotyps reichte von 0 % bei den Kamerunschafen bis zu 80,4 % bei den Dorperschafen. Für die Rassen Dorper, Schwarzköpfiges Fleischschaf, Rhönschaf, Suffolk und Texel betrug die Frequenz des züchterisch erwünschten ARR-Haplotyps über 50 %. Mit einer Häufigkeit von 10,9 % wurde der Haplotyp VRQ in der Rasse Scottish Blackface bestätigt. Innerhalb der einzelnen Rassen konnte bei Tieren bekannten PrP-Genotyps nur für Coburger Fuchsschafe eine signifikante Beeinflussung des frühen Erstlammalters und für Shropshire ein signifikanter Einfluss auf die Zahl der verendeten Lämmer und die Aufzuchtziffer je Lammung ermittelt werden, wobei Tiere ohne Kopie des ARR-Haplotyps (XXX/XXX) im Gegensatz zu mischerbig ARR tragenden Tieren (ARR/XXX) signifikant bessere Ergebnisse erzielten. Des Weiteren erreichten Bocklämmer der Rasse Merinolandschaf mit einer Kopie des ARR-Haplotyps (ARR/XXX) hinsichtlich des Speckmaßes B und der Lendenlänge signifikant bessere Leistungen als Tiere ohne ARR-Haplotyp (XXX/XXX). Anhand der Ergebnisse kann die Aussage getroffen werden, dass für die untersuchten Schafrassen keine negativen Auswirkungen auf die in die Untersuchung einbezogenen, wirtschaftlich bedeutenden Parameter bei einer Zucht auf TSE Resistenz zu erwarten sind. Selbst für Schafrassen mit niedriger ARR-Frequenz stellten sich keine negativen Assoziationen des ARR-Haplotyps zu den Leistungsmerkmalen dar, geringfügig niedrigere Leistungen von ARR Trägern können durch Anpaarung an leistungsstarke Tiere ohne ARR-Haplotyp ausgeglichen werden.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler 2006
