Die konventionelle Therapie von malignen Gliomen (operative Entfernung, Bestrahlung, Chemotherapie) erzielt keine nachhaltigen Erfolge. Die Prognose von Patienten mit malignen Gliomen richtet sich nach wie vor nach der histologischen Wertigkeit des Tumors und dem Karnowski-Index des Patienten. Um die Ergebnisse der Therapie von malignen Gliomen zu verbessern, werden zusätzliche therapeutische Möglichkeiten benötigt. In früheren klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass sich unter der Therapie mit H15® die perifokalen Ödeme bei Patienten mit malignen Gliomen signifikant zurückbilden und sich zudem ihre klinischen Symptome verbessern. Es war darüber hinaus eine Abnahme der Ausscheidung von LTE4, einem Metaboliten der Leukotriensynthese in Hirntumoren, zu beobachten. Zudem wurde in Zellkulturen eine proliferationshemmende Aktivität von H15® festgestellt. Mit der vorliegenden tierexperimentellen Studie wurden Einflüsse von H15® auf das Tumorwachstum untersucht. 40 weiblichen Wistar-Ratten mit einem Gewicht von 220g bis 250g wurden C6-Gliomzellen in den rechten Nucleus caudatus injiziert. Die Tiere wurden randomisiert und in vier Gruppen zu jeweils 10 Tieren unterteilt. Drei dieser Gruppen wurden mit verschiedenen Dosen von H15® behandelt; die vierte Gruppe diente als Kontrollgruppe. Nach 14 tägiger Verabreichung von H15® (3mal täglich) vom Tag nach der Tumorzellimplantation an wurden die Gehirne entnommen und mikroskopisch untersucht. Es wurde eine signifikante Stabilisierung des Vitalitätsindex in der Behandlungsgruppe mit der höchsten Medikamentendosis im Vergleich zur Kontrollgruppe aufgezeigt. Abhängig von der Dosierung wurde weiterhin ein signifikanter Unterschied im Tumorvolumen festgestellt. Der Anteil induzierter, apoptotischer Zellen war in Tieren, die mit hohen Dosen behandelt wurden, signifikant größer, als bei Tieren mit niedriger Dosierung. Bei den Tieren wurden keine bzw. geringe Nebenwirkungen auf das verabreichte Medikament beobachtet. Diese Daten belegen einen hemmenden Einfluss von H15® auf das Wachstum von C6-Gliomzellen in Rattenhirnen.
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