Augenmuskel-Chirurgie zur Korrektur nystagmusbedingter Kopfzwangshaltungen bei nichtschielenden Patienten

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Die Korrektur nystagmusbedingter Kopfzwangshaltungen (KZH) erfolgt operativ. Es existieren allerdings keine einheitlichen Empfehlungen zur Operationsdosierung. Diese Studie erfolgte im Hinblick auf eine Optimierung der Indikationsstellung und der Operationsdosierung. Es wurden die Daten von 98 wegen einer horizontalen KZH operierten, nicht schielenden Patienten ausgewertet. Erfasst wurden die Operationsdosis und die binokulare KZH bei Fern- und Nahfixation prä- und 3 bis 6 Monate postoperativ. Entsprechend dem Operationsverfahren wurden folgende Gruppen gebildet: 1.) Parallelverschiebung nach Kestenbaum, 2.) artifizielle-Divergenz-Operation nach Cüppers, 3.) Kombination beider Verfahren (asymmetrische Kestenbaumoperation). 1.) Kestenbaumoperation (n=37): Die KZH wurde durch 32 mm (16;48) Gesamt-Operationsstrecke von 30° (15;45) auf 10° (0;35) reduziert (jeweils Median und Streubreite). Die Wirkungs/Dosis-Relation nach 3 Monaten betrug im Median 0,6 °/mm. Eine postoperative KZH von maximal 15° wurde bei 30 Patienten erreicht. Eine zweite Operation war in 4 Fällen erforderlich. 2.) Artifizielle Divergenz (n=28): Die KZH wurde mit einer Dosis von nur 10 mm (6;14) von 20° (10;45) auf 5° (0;30) vermindert. Eine postoperative KZH von maximal 15° wurde bei 19 Patienten erreicht. Eine Revision war in 7 Fällen erforderlich, bei 5 Patienten wegen einer restlichen KZH und bei zwei Patienten wegen einer postoperativen Exotropie. 3.) Asymmetrische Kestenbaumoperation (n=33): Die KZH wurde von 30° (25;45) auf 10° (0;20) reduziert. Die Gesamt-Operationsstrecke betrug im Median 15 mm (20;46). Die Effektivität war mit 0,82 °/mm höher als in Gruppe 1. Bei 28 Patienten wurde eine postoperative KZH vom maximal 15° erreicht. Eine zweite Operation war in keinem Fall erforderlich. Die Betrachtung dieser großen Fallzahlen erlaubt für reine, gleichstreckige Kestenbaumoperationen die Dosisempfehlung von x/3 mm Operationsstrecke pro Muskel zur Korrektur von x° Kopfdrehung. Wenn möglich sollte das Prinzip der artifiziellen Divergenz in eine Kestenbaumoperation implementiert werden, indem die Dosis am in KZH abduzierten Auge vermindert wird. Bei Nystagmus ohne KZH und beim alternierenden Nystagmus stellt die artifizielle Divergenz, sofern möglich, die Methode der Wahl dar.

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Erstpublikation in

Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde 217 (2000), 334-339

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