Untersuchungen zu Laktosegehalt, somatischer Zellzahl und bakteriologischer Beschaffenheit von Ziegenmilch aus hessischen Beständen

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Über einen Zeitraum von einem Jahr wurden bei 13 Ziegenmilchbetrieben Mittelhessens mehrfach (Frühlaktation, Spätlaktation) Hälftengemelksproben von Einzeltieren sowie Sammelgemelksproben gewonnen. Gleichzeitig wurden Daten zur Betriebsstruktur und zur Haltungsform erhoben. In diese Untersuchungen einbezogen wurden die Betriebshygiene sowie die Parameter Laktosegehalt, Zellgehalt, aerobe mesophile Keimzahl sowie in Verdachtsproben auch bakterielle Mastitiserreger.Die indirekte Zellzahlschätzung in Ziegenhälftengemelksproben (n = 845) mittels California-Mastitis-Test (CMT) ergab für Proben aus der Frühlaktation in 50 %, für Proben aus der Spätlaktation in 45 % ein negatives Ergebnis. Der Medianwert der Zellgehalte für CMT-negative Proben lag bei 8,1 11 x 105 Zellen/ml. Zwischen CMT-Ergebnis und der festgestellten Laktosekonzentration bestand keine Korrelation.Bei der direkten mikroskopischen Zellzahlbestimmung in Ziegenhälftengemelksproben (n = 863) gemäß der Methoden nach PRESCOTT und BREED ergab sich im Medianwert eine Zellzahl von 9,9 x 105 Zellen/ml. Annähernd die Hälfte aller Proben hätte damit den in der Literatur besprochenen Grenzwert von 1,0 x 106 Zellen/ml nicht einhalten können. Lediglich 25 % aller Proben wiesen einen Zellgehalt von < 5,0 x 105 Zellen/ml auf, und nur rund 20 % aller Proben lagen unterhalb des Grenzwertes der Milchgüteverordnung für Kuhmilch. Ein Viertel aller Proben wies Zellgehalte von > 2,0 x 106 Zellen/ml auf. In der Früh- und Spätlaktation zeigten sich bei den somatischen Zellen bezogen auf die relative Häufigkeit in den einzelnen Zellklassen nur geringe Unterschiede.Die höchsten durchschnittlichen Zellzahlen wurden bei Tieren in der ersten Laktation festgestellt (1,4 x 106 Zellen/ml). Mit zunehmendem Alter nahm die durchschnittliche Zellzahl ab, Tiere mit einem Alter von > 6 Jahren wiesen wieder höhere Zellgehalte auf.Ein Vergleich der Medianwerte der Zellgehalte einzelner Rassen von Ziegen ergab deutliche Unterschiede. Im Hinblick auf den in der Literatur diskutierten Grenzwert von 1,0 x 106 Zellen/ml konnten mit Ausnahme der Bunten Deutschen Edelziege in der Früh- und Spätlaktation, sowie der Saanenziege und der Weißen Deutschen Edelziege in der Spätlaktation weniger als 50 % aller Tiere diesen Wert einhalten. Den Grenzwert der Milchgüteverordnung für Kuhmilch konnten mit Ausnahme von Tieren der Rasse Bunte Deutsche Edelziege weniger als 25 % der Tiere aller anderen Rassen einhalten.Die Zellzahlbestimmung in der Sammelmilch der Betrieb zeigte, dass nur fünf der 13 untersuchten Betriebe einen Grenzwert von 1,0 x 106 Zellen/ml einhalten konnten. Keiner der untersuchten Betriebe konnte den Grenzwert der Milchgüteverordnung für Kuhmilch (4,0 x 105 Zellen/ml) einhalten.Generell wurde in den untersuchten Betrieben eine zufriedenstellende Hygienepraxis bezüglich Tierhaltung und Melken vorgefunden. Der Medianwert der Keimbelastung in Sammelmilchproben unterschiedlicher Betriebe in der Früh- und Spätlaktation lag bei 1,1 x 105 KbE/ml. Der Median der Hälftengemelksuntersuchungen zufällig ausgewählter Tiere lag bei 0,013 x 104 KbE/ml. Der Grenzwert von derzeit 1,5 x 106 KbE/ml in Ziegenmilch wurde in den Sammelmilchproben dreimal überschritten, einmal sehr deutlich (2,5 x 106 KbE/ml, 2,6 x 106 KbE/ml und 1,2 x 108 KbE/ml). Die festgestellten, recht hohen Keimgehalte in der Sammelmilch wiesen auf Hygieneprobleme bei Reinigung und Desinfektion der Milchgerätschaften und der Lagerung der Ziegenmilch hin. Die bakteriologische Untersuchung der Hälftengemelksproben zeigte eine durchweg gute Eutergesundheit. In 66,5 % der untersuchten Milchproben wurde kein Bakterienwachstum nachgewiesen. Am häufigsten wurden Koagulase-negative Staphylokokken (KNS) nachgewiesen (26,9 % in der Früh- und 28,8 % in der Spätlaktation). Von den als major pathogens bezeichneten Keimen wurde S. aureus (Frühlaktation = 4,3 %, Spätlaktation = 0,9 %) am häufigsten isoliert. Der Nachweis eines major pathogens war in fast allen Fällen mit einem CMT-Wert von mindestens einfach positiv verbunden. Weniger deutlich war dagegen die Abstufung der CMT-Werte.Nichtinfizierte Proben und mit KNS infizierte Proben hatten im Medianwert eine Zellzahl von jeweils rund 1,0 x 106 Zellen/ml. Mit einem major pathogen Keim infizierte Proben hatten im Medianwert eine Zellzahl von 1,8 x 106 Zellen/ml. Für den Laktosegehalt in Ziegenmilch wurde ein Mittelwert von 4,65 % ± 0,59 % ermittelt. In der Frühlaktation lag die Laktosekonzentration im Mittel um 0,82 % höher, als in der Spätlaktation. Ein Vergleich verschiedener Ziegenrassen sowie ein Vergleich der Früh- und Spätlaktation ergab relativ geringe Variabilität. Die maximalen Unterschiede zwischen den Rassen lag bei ca. 0,4 %. Die Laktosekonzentrationen der Frühlaktation lagen innerhalb einer Rasse um 0,6 1 % höher als diejenigen in der Spätlaktation. Auf Betriebsebene wurde im Jahresmittel eine Laktosekonzentration von 4,65 ± 0,35 % erreicht. Zwischen der Laktosekonzentration einerseits und der somatischen Zellzahl oder dem Tieralter andererseits konnte kein Zusammenhang festgestellt werden.

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Erstpublikation in

Giessen : VVB Laufersweiler 2009

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