Vergleich klinischer und kernspintomografischer Ergebnisse 6 und 12 Monate nach vorderer Hamstring Kreuzbandplastik mit transversaler Pin-Fixation bzw. extrakortikaler Anker- Fixation
Studienziel: Die Ruptur des vorderen Kreuzbandes gehört zu den häufigsten Bandverletzungen des Menschen im jungen Alter. Aufgrund der hohen Inzidenz und der damit einhergehenden funktionellen Einschränkungen besteht ein anhaltendes Interesse an der Verbesserung bestehender bzw. Entwicklung neuer, besserer Techniken zur Rekonstruktion dieses kniestabilisierenden Bandes mit autologen Sehnen. Die stabile und biologisch verträgliche Verankerung des Sehnentransplantates stellt einen der wichtigsten Aspekte für die erfolgreiche Transplantateinheilung dar. Im Rahmen einer prospektiven Fallgruppenanalyse wurde ein Vergleich zwischen einer transversalen Pin-Fixation und einer extrakortikalen Anker-Fixation mit Hamstrings angestellt.Material & Methoden: 67 Personen, mit einem mittleren Operationsalter von 33 Jahren wurden in eine prospektive Studie eingeschlossen und präoperativ klinisch sowie nach 6 und 12 Monaten postoperativ klinisch und kernspintomographisch untersucht. Alle Patienten erhielten eine autologe Sehnenplastik aus Hamstringsehnen. In einer Gruppe (21 Fälle) wurde der EB als Vertreter der gelenkfernen extrakortikalen Verankerung gewählt. In der zweiten Gruppe (46 Fälle) wurde eine gelenknahe Fixation mittels RF angewendet. Untersucht wurden folgende Aspekte:1.) Klinische Untersuchungen: KT-1000-Messung, Lachmann-Test, Pivot-Shift-Test, Neutral-Null-Methode.2.) Klinische Scores: IKDC-Score, Lysholm-Score, Tegner-Score, Meyers-Score.3.) Kernspintomographie: Reflux, Knochenmarksödem ( bone bruise ), Kniegelenkserguss, Signalintensitäten der Bohrkanäle, Knochenkanalerweiterung ("tunnel widening" = TW).Ergebnisse: Bei den klinischen Nachuntersuchungen zeigte die RF-Gruppe höhere Stabilitätswerte nach 6 Monaten (t6) in der KT-1000-Messung. Dies relativierte sich jedoch nach 12 Monaten (t12) wieder, wonach kein signifikanter Unterschied mehr zwischen den Gruppen bestand.Die subjektive Zufriedenheit der Patienten und damit die durchgeführten klinischen Scores zeigten für beide Gruppen vergleichbare Werte zu beiden Zeitpunkten (p=0.589).Die gemessenen kernspintomographischen Parameter unterschieden sich zu frühen Zeitpunkten leicht. In der Kategorie "femoraler Reflux" zeigten sich in der EB Gruppe zum t6 geringe Säume , die sich aber zum t12 in keinen Reflux zu der RF Gruppe anglichen. Tibial zeigte sich in beiden Gruppen zu beiden Zeitpunkten kein Reflux .Es zeigte sich in keiner der beiden Gruppen ein TW. Diskussion: Die Vertreter zweier unterschiedlicher Fixationstechniken zeigten im 12monatigen Zeitverlauf keinen wesentlichen Unterschied bei klinischen und MRT radiologischen Ergebnissen. Diskrete Unterschiede im Reflux von Synovialflüssigkeit und KT- 1000 Stabilität zum t6 weisen auf einen unterschiedlichen Einheilungsverlauf in der frühen Phase hin. Nach 12 Monaten gab es anhand der gemessenen Werte jedoch keinen Anhalt mehr auf eine unterschiedliche Integration der Transplantate. Beide Verfahren zeigen sichere Verläufe und erfolgreiche Ergebnisse bei unterschiedlichen Verankerungstechniken. Die Ergebnisse weisen auch darauf hin, dass eine gelenkferne Verankerung alleine nicht für das Auftreten eines TW verantwortlich gemacht werden kann.
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