Das russische Ukrainebild im Wandel: Korpusbasierte diskursanalytische Untersuchung des sprachlich konstruierten Ukrainebildes in der Presseberichterstattung der Russischen Föderation 2010 bis 2014

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Mit dem Euromaidan 2013/2014 und der darauffolgenden Krimkrise gerieten die russisch-ukrainischen Beziehungen in den Fokus der Weltöffentlichkeit. Kaum ein anderes Thema hat insbesondere die europäische Öffentlichkeit in den letzten Jahren so polarisiert wie dieser Konflikt, der die wechselseitige Wahrnehmung Russlands und der Ukraine auf lange Zeit prägen bzw. belasten wird. Dafür spricht auch der vorläufige Höhepunkt dieses Konflikts, die seit 2021 erfolgende massive Stationierungen russischer Truppen an der ukrainischen Grenze, die einen Krieg zwischen den einstigen selbsterklärten Brudervölkern plötzlich real erscheinen lässt. Gegenstand dieser linguistischen Untersuchung ist damit ein hochaktuelles und relevantes, aber auch stark polarisierendes Thema: Das Ukrainebild in der russischen Presseberichterstattung kurz vor und während des Ukrainekonflikts 2013/2014. Ziel ist die Identifizierung und Beschreibung der sprachlichen Realisierungen, die konstitutiv für das Ukrainebild im russischen Pressediskurs sind. Durch einen diachronen Vergleich von drei Untersuchungszeiträumen (1. Beginn der Präsidentschaft Janukovyčs 2010, 2. Euromaidan 2013/2014, 3. Krimkrise 2014) werden die Dynamiken der Fremd- und Feindbildkonstruktion vor und während des Ukrainekonflikts herausgearbeitet. Die Studie widmet sich nicht nur den für das russische Ukrainebild spezifischen sprachlichen Mustern der Fremdbildkonstruktion, sondern fragt auch, inwieweit der Konfliktverlauf Einfluss auf die Realisierungen des Ukrainebildes hat. Damit liefert die Arbeit einen wichtigen Beitrag mit Blick auf das Desiderat linguistischer Untersuchungen des russischen Ukrainebildes in einer Konfliktsituation. Untersuchungsgrundlage bildet ein umfangreiches Textkorpus mit insgesamt 2.017.381 Tokens, das auf Grundlage von 2.234 Presseartikeln aus sechs ausgewählten russischen Tageszeitungen erstellt wurde. Der Fokus der korpusbasierten linguistischen Diskursanalyse liegt auf der Untersuchung zentraler Nominationseinheiten und Metaphern sowie mit diesen in Verbindung stehender sprachlicher Phänomene. Die Untersuchung zeigt anhand der Textkorpora sowohl auf inhaltlicher als auch auf sprachlicher Ebene mit Konfliktbeginn eine deutliche Veränderung des ukrainischen Fremd- und die Konstruktion eines ukrainischen Feindbildes.

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