Der Einfluss von IgG-Fraktionen von Patienten mit Systemischem Lupus erythematodes und Systemischer Sklerodermie auf humane zerebrale mikroendotheliale Zellen in vitro
Einleitung: Patienten mit einem Systemischen Lupus erythematodes (SLE) oder einer Systemischen Sklerodermie (SSc) präsentieren klinisch eine Vielzahl von zentralnervösen Symptomen. Beide Erkrankungen sind gekennzeichnet durch das Auftreten von zahlreichen Autoantikörpern, darunter anti-Endotheliale Antikörper (AECA) und von mikroendothelialer Gefäßschädigung. 10-40% aller Patienten mit einem SLE leiden an einer Lupus-Vaskulopathie. Bei SSc-Patienten gehört die vaskuläre Dysfunktion zu den frühen pathologischen Veränderungen. Intensive Forschung innerhalb der letzten Jahre lieferte Hinweise, dass AECA eine bedeutende Rolle innerhalb der vaskulären Pathogenese bei SLE und SSc zukommt. Bislang gibt es zur Fragestellung, ob bei SLE und SSc vorhandene anti-Endotheliale Antikörper an mikrovaskuläre zerebrale Endothelzellen (hCMEC/D3) binden, keine Untersuchungen. Es ist auch nicht bekannt, ob AECA funktionelle Effekte auf mikrovaskuläre zerebrale Endothelzellen (hCMEC/D3) ausüben.Methoden: Zur Autoantikörperdiagnostik wurde die Durchflusszytometrie eingesetzt. Es wurden Seren von 26 Patienten mit einem SLE und 29 Patienten mit einer SSc auf das Vorkommen von Autoantikörpern gegen die mikrovaskuläre humane zerebrale Endothelzelllinie hCMEC/D3 getestet.Zur Feststellung von in-vitro Effekten durch anti-hCMEC/D3-Antikörper auf die Endothelzellen wurde die Expressionsänderung von ICAM-1, VCAM-1, MHC Klasse I und II, tissue factor, von-Willebrand-Faktor, E-Selectin, P-Selectin, Thrombomodulin, CD73 und t-PA bestimmt. Die Messung erfolgte jeweils vor und nach Inkubation für drei bzw. 24 Stunden mit IgG-Fraktionen aus SLE-Seren (n=12), SSc-Seren (n=13) und gesunden Kontrollen (HC, n=13). Resultate: Autoantikörper gegen hCMEC/D3 waren in 21/26 (80.8%) Patienten mit einem SLE und in 19/29 (65.5 %) Patienten mit einer SSc nachweisbar (p > 0.05). Nach Inkubation der Zellen mit IgG-Fraktionen zeigte sich eine erhöhte Expression von tissue factor (TF) nach Inkubation mit SSc-IgG (6.68% ± 5.23%) im Vergleich zu HC-IgG (1.08% ± 2.84%, p < 0.01) und SLE-IgG (1.55% ± 3.94%, p < 0.05).Es bestand keine signifikante Korrelation zwischen der Expressionsänderung der Oberflächenproteine und dem Nachweis von Antinukleären Antikörpern (ANA) oder Antikörpern gegen hCMEC/D3 (p jeweils > 0.05).Schlussfolgerung: Patienten mit einem SLE sowie Patienten mit einer SSc besitzen Autoantikörper gegen zerebrale mikrovaskuläre Endothelzellen. IgG von Patienten mit einer SSc, aber nicht von Patienten mit einem SLE, führen zu einer erhöhten Oberflächenexpression von TF. Dies ist möglicherweise ein Hinweis einer direkten pathogenen Wirkung der AECA auf zerebrales mikrovaskuläres Endothel.
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