Eine retrospektive monozentrische Analyse der postoperativen Ergebnisse bei Patienten mit akuten und chronischen Pathologien des Aortenbogens im Hinblick auf die Mortalität im Krankenhaus und schwerwiegende postoperative Ereignisse
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Zusammenfassung
Ziel: Untersuchung der postoperativen Krankenhausmortalität und schwerwiegenden postoperativen Komplikationen (Sepsis, Multiorganversagen, postoperatives akutes Nierenversagen, neurologische Komplikationen und Herzrhythmusstörungen) durch eine retrospektive Datenanalyse von Patienten mit einer Aortendissektion oder einem Aortenaneurysma, die mittels Frozen-Elephant-Trunks (FET) behandelt wurden. Des Weiteren wurde die technische Entwicklung sowie Steigerung der chirurgischen Fertigkeiten der selektierten Operateure im Verlauf von 15 Jahren untersucht.
Methode: Eine monozentrische retrospektive Datenanalyse des Patientenkollektivs bei einem akuten Aortensyndrom mit der operativen Versorgung mittels FET zwischen den Jahren 2008 und 2022 in der Kerckhoff Klinik in Bad Nauheim zur Untersuchung der o. g. primären, sekundären und tertiären Ziele. Das Patientenkollektiv besteht aus 145 Patienten, geteilt in zwei Gruppen (Ära 1: 2008 – 2017 mit 75 Patienten vs. Ära 2: 2018 – 2022 mit 70 Patienten).
Ergebnisse: Die Untersuchung der primären Fragestellung dieser Arbeit zeigte eine Gesamtkrankenhausmortalität von 15% zwischen den Jahren 2008 bis 2022 und bestätige die Ergebnisse der bisherigen Studien in diesem Zusammenhang, die durchschnittlich eine Mortalität von ca. 17% aufwiesen. Im Rahmen der Analyse der sekundären Fragestellungen dieser Arbeit wurde als erstes das Auftreten einer Sepsis mit 5% und einer Mortalität von 71% aus dieser Gruppe der Patienten mit Sepsis verzeichnet. Des Weiteren lag die Entwicklung eines Multiorganversagens bei den Patienten mit einer Sepsis ebenfalls bei 71% und die Notwendigkeit einer Nierenersatztherapie bei 86%. Das Auftreten eines akuten Nierenversagens lag bei 25%. Die Untersuchung der neurologischen Komplikationen ergab eine Apoplex-Rate von 21%. Durch die operative Therapie konnte eine präoperative Organ-Malperfusionsrate von 24% des Gesamtkollektivs (n = 145) auf eine postoperative Malperfusionsrate von 6% reduziert werden. Bei 37% der Patienten des Gesamtkollektivs konnte ein postoperatives Vorhofflimmern diagnostiziert werden. Bei der Beantwortung der primären und sekundären Fragestellungen dieser Arbeit konnte festgestellt werden, dass die Etablierung der FET-Operationsmethode durch die selektierten Operateure keinen Einfluss auf die Operationsergebnisse im Verlauf der Zeit hatte.
Fazit: Die Ergebnisse der retrospektiven Datenanalyse der Patienten der Kerckhoff Klinik korrelieren weitestgehend mit den Daten der bisherigen Studien, die sich ebenfalls mit den Krankheitsbildern des akuten Aortensyndroms und dem Aortenbogenersatz befasst haben.