Mundgesundheit und kieferorthopädischer Behandlungsverlauf : ein Vergleich von normal- und übergewichtigen Jugendlichen

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Ziel dieser Studie war es festzustellen, ob es hinsichtlich der Mundgesundheit und des kieferorthopädischen Behandlungsverlaufs Unterschiede zwischen Patienten mit Normalgewicht, Übergewicht und Adipositas gibt. 175 der von 2007 bis 2012 in der Poliklinik für Kieferorthopädie der Justus-Liebig-Universität Gießen behandelten Patienten wurden in diese Studie aufgenommen und anhand ihres Body Mass Index (BMI) in eine der folgenden Gruppen eingeteilt: Normalgewicht, Übergewicht, Adipositas. An den Zähnen 12-22 wurde der modifizierte White Spot Lesion Index (WSL-Index) erhoben und das Auftreten einer Gingivitis im Ober- und Unterkiefer dokumentiert. Ferner wurde das Behandlungsergebnis anhand des PAR-Index beurteilt. Die Mitarbeit der Patienten wurde anhand der Anzahl der negativen Karteneinträge in gut (0-1), mäßig (2-4) und schlecht (größer gleich 5) gegliedert. Außerdem wurden die regulären und zusätzlichen Termine sowie die Behandlungsdauer notiert. 138 Patienten hatten einen normalen BMI (79,0%), während 22 übergewichtig (12,5%) und 15 adipös waren (8,5%). Mehr männliche (26,4%) als weibliche Patienten (15,9%) waren von Übergewicht und Adipositas betroffen. Nach der Behandlung (T1) wiesen Normalgewichtige mit 41,3% eine Entkalkung an mindestens einem Zahn auf, während adipöse Jugendliche mit 66,7% den höchsten Wert hatten. Überdies war bei jedem adipösen Patienten (100,0%) in mindestens einem Kiefer eine Gingivitis zu sehen, bei Patienten Normalgewicht hingegen zu 84,8%. Ein erheblich verbessertes Behandlungsergebnis wurde lediglich bei 46,7% der adipösen Patienten beobachtet, zudem wiesen sie mit 23,4 ± 9,1 Terminen die meisten Sitzungen auf. Normalgewichtige Jugendliche wiesen mit 20,4 ± 9,2 Monaten die kürzeste Behandlungsdauer auf, während übergewichtige und adipöse Patienten mit 23,1 ± 6,8 und 22,8 ± 11,4 Monaten nahezu drei Monate länger behandelt wurden. Zudem kooperierten übergewichtige und adipöse Jugendliche mit 77,3% und 80,0% mäßig und schlecht, während 42,8% der Normalgewichtigen eine gute Mitarbeit hatten. Ein erhöhter Body Mass Index scheint vermehrt mit schlechterer Mundhygiene, geringerer Kooperation und einem längerem Behandlungsverlauf in Verbindung zu stehen. Um jedoch genaue Ursachen hierfür definieren zu können, sind weitere klinische Studien erforderlich.

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Erstpublikation in

Giessen : VVB Laufersweiler Verlag

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