Echokardiographische Charakterisierung und microRNA Profil im Mausmodell für Angiotensin II-induzierte Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion
Die Herzinsuffizienz stellt eine der relevantesten Krankheiten für unsere Bevölkerung dar und bedeutet eine starke sozioökonomische Belastung für unsere Gesellschaft. Die Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF) wurde dabei lange Zeit sowohl in Bezug auf die Häufigkeit, als auf Ihre Prognose im Vergleich zur HFrEF deutlich unterschätzt. Es zeigte sich jedoch, dass die Prognose der HFpEF nur wenig besser ist und man davon ausgehen muss, dass eine ähnliche Prävalenz beider Erkrankungen vorliegt. Trotz der stetigen Fortschritte im Bezug auf die Behandlung der systolischen Herzinsuffizienz kann bisher für keine der zentralen Medikamentengruppen eine deutliche Prognoseverbesserung für Patienten mit erhaltener Ejektionsfraktion nachgewiesen werden. Begründet liegen diese Defizite unter anderem an der geringeren Grundlagenforschung sowie der geringen Anzahl gut validierter Tiermodelle für experimentelle Untersuchungen der HFpEF.Wir konnten in unserem Versuch am Mausmodell zeigen, dass eine paraenterale Gabe von 720 µg/kg/d Angiotensin II zu deutlichen echokardiographischen und molekularbiologischen Veränderungen im Sinne einer diastolischen Funktionsstörung führt. Die Applikation erfolgte über einen Zeitraum von 7 / 28 Tagen mittels subkutan implantierter osmotischer Minipumpen. So konnten wir im Verlauf eine signifikante Steigerung des Verhältnisses E/E nachweisen. Zeitgleich zeigte sich die LVEF grenzwertig normal und es ergaben sich weder Hinweise auf eine ausgeprägte Hypertrophie, noch auf eine Dilatation des linken Herzens. Weiterhin ließ sich in der qRT-PCR eine deutliche Expressionssteigerung von BNP als Hinweis auf eine bestehende Herzinsuffizienz nachweisen. Wir sehen damit die grundlegenden Kriterien für die Verwendung dieses Mausmodells als Modell für die HFpEF als bestätigt an.Nachfolgend konnten wir über die Analyse eines microRNA Microarrays den veränderten microRNA Haushalt im Myokard unter dieser Stimulation darstellen. Eine Quantifizierung ausgewählter microRNAs via qRT-PCR ermöglichte anschließend die Bestätigung einer deutlichen Expressionssteigerung von miR-21 sowie einer reduzierten Expression von miR-133a im Myokard. In dieser Konstellation sind diese microRNAs für Ihre Beteiligung in der Entwicklung einer Fibrose und Hypertrophie bekannt und scheinen damit auch in der Entwicklung der HFpEF eine möglichweise zukünftig beinflussbare Rolle zu spielen.
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