Psychosoziale & sozioökonomische Prädiktoren der Bauchschmerzerkrankung in einer repräsentativen Stichprobe von Kindern und Jugendlichen in Deutschland

Datum

2022

Autor:innen

Betreuer/Gutachter

Weitere Beteiligte

Herausgeber

Zeitschriftentitel

ISSN der Zeitschrift

Bandtitel

Verlag

Zusammenfassung

Der Symptombereich kindlicher und jugendlicher Bauschmerzen und der damit vergesellschafteten Erkrankungsentitäten beschäftigen die Forschung zunehmend in den letzten Jahrzehnten. Die Patienten erleiden eine deutliche Einschränkung der subjektiven Lebensqualität und der erlebten Gesundheit, wodurch psychosoziale und sozioökonomische Auswirkungen messbar werden. Aufgrund multifaktorieller Zusammenhänge ist es nach wie vor aufwendig, dezidierte und eindeutige Diagnosen zu vergeben, und die Mediziner stehen weiterhin vor der großen Herausforderung passende, individuelle Behandlungsstrategien aufzustellen. Fehlende Kompensationsmöglichkeiten, der kleinräumige Kontext in kleineren Gemeinden, der stetig steigende Leistungsdruck, sowie die Angst vor sozialem Abstieg werden für eine Verschiebung der Krankheitshäufigkeiten verantwortlich gemacht. So zeigt sich, dass die Inzidenzen für klassische Erkrankungen der unteren sozialen Schicht zunehmend in die immer größer werdende Mittelschicht steigen. Im Rahmen dieser Arbeit werden die Zusammenhänge zwischen psychosozialen und sozioökonomischen Faktoren bei psychosomatischen Erkrankungen am Beispiel der wiederkehrenden Bauchschmerzen bei Kindern und Jugendlichen mit besonderem Augenmerk auf die Sozialschichtung untersucht. Dabei erfolgt eine Auswertung der Basiserhebung (2003- 2006) des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS) des RKI mit 17641 Datensätzen. Mit binären logistischen Regressionen werden jeweils getrennt für die Selbsteinschätzung (N=4599) der Kinder und Jugendlichen ab 11 Jahren und die Fremdeinschätzung (N=4411) durch die Eltern für Kinder bis 10 Jahren Modellentwicklungen durchgeführt. Erwartungsgemäß wurde eine Inkongruenz zwischen Selbst- und Fremdeinschätzung aufgedeckt. Während die Kinder und Jugendlichen psychosoziale Faktoren wie beispielsweise psychisches Wohlbefinden (p=.010) und Zufriedenheit in der Familie (p=.042) signifikant in Hinblick auf das Auftreten von Bauchschmerzen bewerten, werden in der Fremdeinschätzung die sozioökonomischen Faktoren, wie beispielsweise die soziale Schicht (P=.000) als signifikante Prädiktoren bewertet. Es zeigen sich Hinweise für eine Verschiebung der Inzidenzen für psychosomatische Erkrankungen entlang des sozialen Gradienten. Aufgrund der Breite der Mittelschicht bei gleichzeitiger Abnahme der Unterschicht ist eine weitere Differenzierung innerhalb der Mittelschicht wünschenswert, um diese Trends weiter untersuchen zu können.

Beschreibung

Inhaltsverzeichnis

Anmerkungen

Erstpublikation in

Sammelband

URI der Erstpublikation

Forschungsdaten

Schriftenreihe

Erstpublikation in

Zitierform