Das maligne Melanom wurde erstmals um 1806 von Rene Laennec beschrieben. Die Inzidenz des malignen Melanoms ist im Steigen. Sobald ein malignes Melanom Fernmetastasten gesetzt hat, ist die Behandlung äußerst schwierig. Meist sind nur noch palliative Therapieansätze möglich. In jüngster Zeit treten zunehmend Melanome auf, deren zugrunde liegende Zellreihe bereits gegen Chemotherapeutika resistent geworden ist. Dies hat fatale Folgen für die betroffenen Patienten.In dieser Arbeit wurde der Einfluß des Indolderviats Malassezin, das aus dem Hefepilz Malassezia furfur als Sekundärmetabolit isoliert werden konnte, auf die beiden Melanom-Zellreihen MeWo und WM115 untersucht. Besonderes Augenmerk wurde auf die mögliche Apoptose-Induktion durch das Malassezin gesetzt. Durch Krämer et al. 2003 konnte bereits ein apoptotischer Einfluß des Malassezins auf humane Melanozyten bestätigt werden. Lichtmikroskopisch konnte bei hohen Konzentrationen erhebliche morphologische Veränderungen beobachtet werden. Statt des natürlichen Aussehens beider Zellreihen waren in der höchsten Konzentration abgerundete, losgelöste Zellen zu erkennen. Erst bei niedrigen Konzentrationen wurde der Einfluß geringer.Um die Zellveränderungen zu spezifizieren, wurde zwischen Apoptose und Nekrose mittels Facs differenziert. Die Zellen wurden unter Verwendung von Annexin V FITC angefärbt, das als Apoptose-spezifischer Marker gilt. Zur Abgrenzung zu nekrotischen Zellen wurde den isolierten Zellen zusätzlich 7-AAD zugegeben. Es wurde eine dosisabhängige Apoptose detektiert. Als Kontrolle wurde begleitend ein LDH-Test durchgeführt. Da es sich um Apoptose handelt, ist das zytoplasmatische Enzym LDH, das durch den Untergang der Zelle bei Nekrose freigesetzt wird, konstant niedrig geblieben. Um diese Befunde weiter zu charakterisieren, wurde aufgereinigte RNA in cDNA umgewandelt. Diese wurde mit SYBR Green Master Mix auf einen RT-PCR Array (RT2-ProfilerTM PCR Array System, SuperArray) gegeben, der 84 Apoptose-spezifische Gene enthält. Mittels RT-PCR wurde die Regulation der interessierenden Gene detektiert. Es waren deutliche Unterschiede zwischen beiden Zellreihen sichtbar. Bei MeWo beginnt schon bei niedriger Konzentration und kurzer Inkubationszeit die Apoptose, die sich nach langer Inkubationszeit bei gleicher Konzentration verstärkt. Es ist ein Zusammenspiel von extrinsischem und intrinsischem Apoptose Signalweg zu erkennen. Demgegenüber ist die Zellreihe WM115 resistenter gegenüber dem Malassezin-Einfluß. Trotz langer Inkubationszeit und zwei unterschiedlichen Konzentrationen wird die Apoptose hauptsächlich durch Down-Regulation von Anti-Apoptose Genen reguliert. Aufgrund der Hochregulation der Caspasegene kann vemutet werden, dass die hier ablaufende Apoptose auf mitochondriale Dysfunktion beruht. Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass das Malassezin selektiv auf bestimmte Zellreihen wirkt. Wahrscheinlich spielt die Interaktion mit dem AH-Rezeptor dabei eine große Rolle. Auf welche Zellreihen das Malassezin den größten Einfluß hat und ob dieser auch bei Sublinien zu finden ist, die bereits durch Resistenz gegenüber diversen Chemotherapeutika auffallen und somit die Fähigkeit zur Apoptose verloren haben, ist weiteren Untersuchungen vorbehalten.
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