Sozialverhalten in dynamischen Sauengruppen bei der Eingliederung neuer Sauen

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Für tragendende Sauen ist ab dem 1. Januar 2013 EU-weit eine Gruppenhaltungvorgeschrieben. In der Praxis werden tragende Sauen häufig in dynamischen Großgruppengehalten, wobei das regelmäßige Ein- bzw. Ausstallen von Untergruppen eine Beeinflussungdes sozialen Gefüges bedingt. Das Etablieren einer neuen Hierarchie ist mit dem Auftretenagonistischer Interaktionen verbunden, in deren Folge es zur Minderung derFruchtbarkeitsleistung aufgrund physischer Auseinandersetzungen und sozialen Stresseskommen kann. Detaillierte Kenntnisse zum Auftreten agonistischer Interaktionen und zurEtablierung der Rangordnung bei Sauen liegen für kleinere Tiergruppen vor, fehlen jedoch fürdie in der Praxis üblichen Großgruppen. Ziel der Untersuchung war es daher, möglichstgenaue Informationen über das Sozialverhalten und den Effekt des Eingliederns einer neuenUntergruppe auf das soziale Gefüge innerhalb einer dynamischen Gruppe tragender Sauen imWartestall zu erhalten.In Zeiten mit stabiler Gruppenzusammensetzung blieb die Besuchsreihenfolge an derautomatischen Abrufstation sehr stabil. Neu eingegliederte Sauen waren sowohl in denGruppen mit Abrufstation als auch in der 15-er Sauengruppe rangniederer als bereits in derGruppe befindliche Sauen. Sowohl in der Zeit mit stabiler Gruppenzusammenstellung alsauch zeitnah zum Einstallen neuer Sauen nahmen ältere und schwere Tiere vordere Plätze inder sozialen Hierarchie ein. An der Abrufstation war jedoch innerhalb von vier Tagen nachder Einstallung neuer Sauen ein deutlicher Aufstieg neuer Sauen in der Rangordnung zubeobachten, und in der 15-er Gruppe reduzierte sich die Anzahl AI um ca. 33 % innerhalb vonvier Tagen. AI traten besonders zwischen alten und neu eingestallten Sauen auf, sie dientender Etablierung einer Hierarchie in der dynamischen Gruppe. Das Aggressionsniveau laggenerell sehr niedrig und keine der Sauen benötigte eine medizinische Behandlung in Folgeagonistischer Interaktionen. Der Rangplatz hatte keinen signifikanten Einfluss auf die Anzahlder gesamt geborenen oder lebend geborenen Ferkel und keine der beobachteten Sauenrauschte um.Neu eingestallte Sauen zeigten pro Tag am 1. und 4. Tag nach der Einstallung signifikantmehr Abliegevorgänge als alte Sauen, ein Anzeichen vermehrter Unruhe in der Gruppezeitnah zum Einstallen, von der besonders neue Sauen betroffen waren. Sowohl alte als auchneue Sauen präferierten zwar auch nach drei Wochen noch Sauen derselben Untergruppe alsLiegepartner, wobei diese Präferenz signifikant zurückging, so dass von einer deutlichenIntegration der neuen Untergruppe innerhalb von drei Wochen in die dynamische Gruppe imWartestall auszugehen ist.Die Ergebnisse zeigen, dass der Prozess der Einstallung neuer Sauen in eine dynamischeSauengruppe einen Anstieg agonistischer Interaktionen bedingt und zu vermehrter Unruheinnerhalb der Gruppe führt. Da dieser Effekt jedoch nur kurzzeitig auftritt, sind eineadäquate Haltungsumwelt und ein angepasstes Management vorausgesetzt keine ernsthaftenBeeinträchtigung der Leistung und des Wohlbefindens der Sauen zu befürchten.

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Giessen : VVB Laufersweiler

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