Charakterisierung eines Mausmodells der humanen idiopathischen pulmonalen Fibrose: Rolle des alveolären endoplasmatischen Retikulum Stresses (ER-Stress)
Die idiopathische pulmonale Fibrose (IPF) ist eine chronisch progrediente und letale interstitielle Lungenerkrankung, deren Pathogenese noch nicht vollständig verstanden ist. Insbesondere der endoplasmatische Retikulum (ER)-Stress in alveolären Epithelzellen wird als ein zentraler pathogenetischer Faktor diskutiert.
Ziel dieser Arbeit war die Charakterisierung eines Mausmodells der humanen IPF mit besonderem Fokus auf die Rolle des ER-Stresses und des Transkriptionsfaktors Chop.
Hierzu wurde ein experimentelles Mausmodell unter Verwendung des murinen Gammaherpesvirus 68 (MHV-68) etabliert und im Sinne eines „Two-hit“-Modells untersucht. Die Analysen umfassten molekularbiologische Methoden wie qPCR und Proteinanalysen zur Untersuchung von ER-Stress-assoziierten Signalwegen.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Aktivierung des ER-Stresses und die Überexpression von Chop allein nicht ausreichen, um eine ausgeprägte fibrotische Reaktion im Mausmodell zu induzieren. Erst in Kombination mit einer zusätzlichen Belastung, wie einer viralen Infektion, kommt es zu einer verstärkten fibrotischen Antwort im Sinne eines „Two-hit“-Mechanismus.
Zusammenfassend deuten die Daten darauf hin, dass ER-Stress und Chop eine wichtige Rolle in der Pathogenese der pulmonalen Fibrose spielen, jedoch zusätzliche Faktoren erforderlich sind, um die Erkrankung vollständig auszulösen. Dies unterstreicht die Bedeutung komplexer pathogenetischer Mechanismen bei der IPF.