Die Rolle von SLC2A1 und PRRT2 bei idiopathisch fokalen Epilepsien mit zentrotemporalen Spikes

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Die Rolando Epilepsie (RE) ist die häufigste Epilepsie der Kindheit. Das Leitsymptom sind sensomotorische Herdanfälle mit und ohne Generalisation. Elektroenzephalo-graphisch finden sich regelhaft zentrotemporal fokale und multifokale sharp waves (sog. Rolando-Spikes). Bei atypischen Formen der Rolando Epilepsien (ARE) treten zusätzliche Anfallstypen wie z.B. atypische Absencen und myoklonisch-astatische Anfälle auf. In der Pathogenese spielen genetische Dispositionen eine dominierende Rolle. Daher werden RE und ARE als idiopathisch (syn. genetische) fokalen Epilepsien mit zentrotemporalen Spikes bezeichnet. Ein wichtiger gemeinsamer genetischer Risikofaktor in der Ätiopathogenese stellen Mutationen in GRIN2A dar. Die komplexe Pathogenese dieser Epilepsieformen ist jedoch bis heute unbekannt. Anfallssemiologien der ARE finden sich auch im Spektrum des Glucose 1 Transporter Defizienz Syndroms (GLUT-1-DS), welches durch Mutationen im SLC2A1-Gen ausgelöst wird. Ebenso konnte das PRRT2-Gen bei gutartigen Epilepsien des Kindesalters als krankheitslauslösendes Gen identifiziert werden, welche vom klinischen Erscheinungsbild her den RE und ARE ähneln. In dieser Arbeit wurde ein möglicher Einfluss von Mutationen im SLC2A1- und PRRT2-Gen auf die Pathogenese von idiopathisch fokalen Epilepsien mit zentrotemporalen Spikes untersucht.Hierzu wurde PRRT2 auf Mutationen bei 193 (n = 193) europäischen Patienten analysiert. Analog wurde zusätzlich SLC2A1 bei allen Patienten untersucht, bei denen keine klassische RE (n = 80) vorlag. Für SLC2A1 und PRRT2 konnten mehrere bekannte Polymorphismen identifiziert werden. Die durchgeführten Assoziationsanalysen ergaben keine signifikant positiven Ergebnisse. Die häufig beschriebene PRRT2 Mutation c.649dupC/p.Arg217Profs*8 wurde nur bei Verwendung von artifiziell replizierter Whole Genome Amplification (WGA) DNA identifiziert. Bei Sequenzierung mit nativer DNA konnte dieses Ergebnis nicht repliziert werden. PRRT2 Mutationsanalysen dieses Gens sollten daher nur mit nativer DNA durchgeführt werden. PRRT2 Mikroduplikationen wurden im untersuchten Kollektiv signifikant häufiger gefunden als bei gesunden Kontrollen (Fisher´s Exact Test, P < 0,05, Odds Ratio(OR) = 40,5). Hierbei ist zu berücksichtigen, dass PRRT2 in der Region 16p11.2 liegt. Duplikationen innerhalb dieser Region sind mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko für RE und ARE assoziiert. Zusammenfassend zeigen die durchgeführten Untersuchungen, dass PRRT2 Duplikationen einen Beitrag zur Pathogenese bei idiopathisch fokalen Epilepsien mit Rolando Fokus leisten. SLC2A1 und PRRT2 Mutationen hingegen spielen keine bedeutsame Rolle in der Suszeptibilität dieser Epilepsien.

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