Einsatz von polyphenolhaltigen Pflanzenextrakten und Präbiotika im Futter von Jungebern zur Verminderung von Ebergeruch

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Ab dem 01.01.2019 wird die betäubungslose Kastration männlicher Ferkel europaweit verboten. Da unkastrierte, männliche Schweine Ebergeruch entwickeln, der durch die Leitkomponenten Androstenon und Skatol hervorgerufen und von den Verbrauchern beim Erhitzen des Fleisches unangenehm wahrgenommen wird, muss nach Alternativen für die Schweinefleischproduktion gesucht werden. Androstenon und Skatol lagern sich beide im Fettgewebe der Eber ab. Die Jungebermast stellt eine mögliche Alternative dar, da Jungeber im Vergleich zu Kastraten ein besseres Fleischansatzvermögen, höhere Tageszunahmen und einen verbesserten Futteraufwand aufzeigen. Um die Jungebermast in Deutschland etablieren zu können, muss Ebergeruch reduziert werden. Neben der gezielten Züchtung, der Immunokastration oder einem angemessenen Haltungs- und Hygienemanagement, stellt die Fütterung einen Ansatz dar. Viele Studien konnten zeigen, dass der Einsatz von Präbiotika vor allem den Skatolgehalt effektiv senken kann. In der vorliegenden Arbeit sollte im ersten Teil der Studie der Ansatz überprüft werden, ob der hepatische Abbau von Androstenon und Skatol durch den Einsatz von polyphenolhaltigen Pflanzenextrakten im Futter von Jungebern über den Nrf2-Signalweg (nuclear factor erythroid-2-related factor 2) beschleunigt werden kann. Über Polyphenole ist bekannt, dass sie Nrf2, einen wichtigen Transkriptionsfaktor des hepatischen Fremdstoffmetabolismus, aktivieren können. Um diese Hypothese zu überprüfen wurden 48 Jungeber in vier Gruppen eingeteilt und entweder mit einem bedarfsdeckenden Futter ohne Zulage oder mit einem Zusatz von jeweils 1 % Traubentrester, Hopfenextrakt oder grünem Tee für 53 Tage lang gefüttert. Es zeigte sich, dass Gene des Androstenon- und Skatolmetabolismus nur auf Transkriptebene durch die Polyphenole hochreguliert wurden, es aber zu keinem erhöhten Abbau der Komponenten kam und damit zu keiner verminderten Einlagerung im Fettgewebe. Da bereits in vielen Studien gezeigt wurde, dass pflanzliche Präbiotika in hohen Mengen den Skatolgehalt signifikant senken können, sollte in einem zweiten Versuch überprüft werden, ob der Einsatz von chemisch definierten Präbiotika über eine gesteigerte bakterielle Fermentation im Darm die Bildung von Skatol vermindert. Zur Untersuchung dieser Hypothese wurden 48 Eber in vier Gruppen eingeteilt und entweder mit einem bedarfsdeckenden Futter ohne Zulage oder mit einem Zusatz von 0,5 % kurzkettigen Fructooligosacchariden (FOS), 1 % Gluconsäure oder einer Kombination der beiden Präbiotika für 32 Tage gefüttert. Doch auch hier zeigte sich keine verminderte Einlagerung von Skatol im Fettgewebe. Die bakterielle Fermentation unterschied sich zwischen den Gruppen nicht. Zusammengefasst konnten die Hypothesen der vorliegenden Arbeit mit den durchgeführten Experimenten nicht verifiziert werden. Da Ebergeruch ein sehr individuelles Merkmal darstellt, besteht auf diesem Gebiet weiterhin großer Forschungsbedarf.

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