Die Identifizierung und Charakterisierung neuer Autoantikörper beim kindlichen Opsoklonus-Myoklonus-Syndrom

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EINLEITUNG: Das Opsoklonus-Myoklonus-Syndrom (OMS) ist eine seltene neurologische Erkrankung und kann bei Kindern und Erwachsenen beobachtet werden. Die Hauptsymptome sind Myoklonien und ein Opsoklonus. OMS als paraneoplastisches Syndrom mit einer Tumorerkrankung verbunden, wird bei Kindern häufig mit einem Neuroblastom assoziiert beobachtet. Anti-neuronale Antikörper im Serum von OMS-Patienten lassen auf eine immunvermittelte Pathogenese schließen. Bis heute konnte aber kein gemeinsamen Antigens identifiziert werden. Aus diesem Grund war Ziel der vorliegenden Arbeit die Identifizierung neuer Autoantikörper sowie deren Funktion.METHODEN: Die Identifizierung anti-neuronaler Antikörper erfolgte über 2D-Gele. Daraufhin wurden 39 OMS-Seren auf Antikörper gegen neu identifizierte Antigene getestet. Über Bindungsstudien und einen Dot Blot wurden Antigene auf eine RNA-Bindung hin untersucht. Ein Migrations-Assay und die Ausmessung dendritischer Fortsätze sollten Aufschluss über funktionelle Effekte der Autoantikörper geben. Weiterhin sollte das Screenen einer cDNA-Bank Aufschluss über weitere potentielle Autoantigene geben.ERGEBNISSE: Zwei Antigene konnten beim OMS identifiziert werden: alpha-Enolase und Retinaldehydrogenase 1 (RALDH1). Autoantikörper spezifisch gegen alpha-Enolase lagen in 7/31 (22,6%) OMS-Seren vor (p< 0.05). Für das 2. Antigen RALDH1 konnten sogar in 15/39 (39%) OMS-Patienten anti-RALDH1-Autoantikörper nachgewiesen werden. Die Vermutung kreuzreaktiver Antikörper bestätigte sich dabei in einem Nachweis beider Proteine in Neuroblastomzellen und Kleinhirngewebe. Darüber hinaus konnten die identifizierten Antigene als RNA-Bindeproteine identifiziert werden. Das durch RA gesteigerte Migrationsverhalten und Dendritenwachstum von Neuroblastomzellen wird durch OMS-IgG-Fraktionen nicht beeinflusst. Darüber hinaus konnten durch das Screenen einer cerebellum cDNA-Bibliothek sechs potentielle Antigene identifiziert werden, wovon sich die Na-alpha-Kanal- und GABA A-alpha1-Rezeptor-Untereinheiten als besonders vielversprechend erwiesen.DISKUSSION: Die Identifizierung neuer Autoantikörper in OMS-Seren bestätigt die Annahme kreuzreaktiver Antikörper gegen onconeuronale Proteine. Eine autoimmunvermittelte Pathogenese bei einem kindlichen OMS ist daher wahrscheinlich. Autoantikörper gegen Tumorantigene sowie neuronale Proteine gerichtet, wirken proapoptotisch, hemmen die Proliferation von Neuroblastomzellen und schädigen so möglicherweise auch Bereiche des Kleinhirns.

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