Wie gut können 12-Jährige ihre Zähne putzen? : Eine Untersuchung zum Zahnputzverhalten und der damit erreichten Plaquefreiheit in einer Zufallsstichprobe 12-Jähriger aus Gießen

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Die hohen Prävalenzen parodontaler Erkrankungen wie Gingivitis und Parodontitis weltweit wie auch in Deutschland zeigen einen großen Handlungsbedarf. Ein Hauptfaktor für die entzündlichen Reaktionen der Gingiva und des Parodonts ist persistierende und akkumulierende dentale Plaque am Gingivarand. Regelmäßige häusliche Mundhygiene, also mechanische Entfernung der Plaque durch das Zähneputzen dient maßgeblich der Prävention dieser Erkrankungen. Allerdings schaffen es Erwachsene nicht, beim Zähneputzen weitgehende Plaquefreiheit zu erreichen. Im Rahmen der vorliegenden Studie sollten Anhaltspunkte dafür gesammelt werden, ob sie dies niemals gelernt haben oder es wieder verlernt wurde. Daher wurden 12-jährige Kinder untersucht, die am Ende der Gruppenprophylaxe eigentlich die Fertigkeit, die Zähne von Plaque zu befreien, erworben haben sollten.Ziel der vorliegenden Studie war es also, die Putzfertigkeit von 12-jährigen Kindern (N=99) zu überprüfen, indem untersucht wurde, wie sauber die Zähne der Kinder unmittelbar nach bestmöglichem Putzen sind. Dies wurde über die Auswertung zweier Plaqueindizes, MPI und TQHI erreicht. Außerdem wurde das auf Video aufgezeichnete und ausgewertete Zahnputzverhalten der Kinder analysiert und geprüft, ob und inwieweit sich bestimmte Verhaltensaspekte mit dem Ausmaß des Putzerfolgs in Verbindung bringen ließen. Letzteres geschah über eine Regressionsanalyse. Untersuchte Verhaltensaspekte waren die Putzdauer, die Vollständigkeit des Erreichens von Flächen und Sextanten, die Anzahl ausreichend lang geputzter Bereiche (basierend auf den Vorgaben der Gruppenprophylaxeprogramme) sowie die Bürstbewegungen.Selbst nach bestmöglichem Putzen blieben bei den 12-jährigen mehr als die Hälfte aller Stellen am Gingivarand mit Plaque belegt. Dabei war die Putzdauer mit über drei Minuten relativ lang. Allerdings wurden speziell die oralen Flächen vernachlässigt, die von 12% der Kinder gar nicht geputzt wurden. Als signifikant für die Vorhersage der Plaquefreiheit der vestibulären Flächen erwies sich die Dauer der kreisenden Bewegungen und die Anzahl der ausreichend lang geputzten Segmente mit einer Varianzaufklärung von 21,3%. Eine deutlich geringere Varianzaufklärung ergab sich für die oralen Flächen (5,7%).Insgesamt deuten die Daten darauf hin, dass die mangelnden Fertigkeiten Erwachsener Plaquefreiheit zu erreichen, eher darauf zurückzuführen sind, dass sie es nicht gelernt haben als darauf, dass sie es wieder vergessen oder verlernt haben. Bereits bei Kindern ist die auch im Erwachsenenalter festzustellende Vernachlässigung oraler Flächen beim Putzen beobachtbar. Um das mangelhafte Putzverhalten der 12-Jährigen und ggf. auch Erwachsener zu verbessern erscheint es notwendig den Fokus des Mundhygienetrainings noch mehr auf das Putzen oraler Flächen und den Gingivarand zu legen, um spätere parodontale Erkrankungen zu verhindern.

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