Der frontale Kreuzbiss mit Zwangsführung : Effektivität der Behandlung mit herausnehmbaren Plattenapparaturen

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Die vorliegende Studie hatte zum Ziel, die Effektivität und die Effizienz der Behandlung des frontalen Kreuzbisses mit Zwangsführung mit herausnehmbaren Plattenapparaturen zu beurteilen.Es sollte weiterhin geklärt werden, ob Zusammenhänge bestehen zwischen dem Behandlungserfolg und prognostisch relevanten Faktoren. Hierzu sollten (1) die Anzahl der Zähne im Kreuzbiss, (2) das Dentalstadium/Wechselgebissperiode, (3) der Bisstyp, (4) Alter und Geschlecht sowie (5) die skelettofaziale Morphologie vor Behandlungsbeginn und die Entwicklung von (6) Overjet und Overbite sowie (7) die Kooperation im Behandlungsverlauf untersucht werden.Das Patientengut umfasste 65 Patienten (41 männliche und 24 weibliche), die sich zu Behandlungsbeginn in der ersten oder zweiten Wechselgebissperiode befanden und ein Alter zwischen 4 und 12 Jahren aufwiesen. Alle Patienten hatten einen frontalen Kreuzbiss mit Zwangsführung, der mit einer herausnehmbaren Plattenapparatur behandelt wurde. Die vollständigen Dokumentationsunterlagen mussten vorliegen. Ausgeschlossen waren Patienten mit einem kraniofazialen Syndrom oder einer Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte. Die Auswertung kieferorthopädischer Situationsmodelle von vor und nach der Behandlung, der Karteikartendokumentation während der Behandlung und einem Fernröntgenseitenbild von vor der Behandlung führte zu folgenden Ergebnissen: Von den 65 Patienten wurde für 48 (73,8%) ein erfolgreiches und 17 (26,2%) ein nicht erfolgreiches Behandlungsergebnis ermittelt. Der Behandlungszeitraum mit einer herausnehmbaren Plattenapparatur betrug in der Erfolgsgruppe durchschnittlich 5,3 Monate weniger als in der Misserfolgsgruppe. Je negativer der OJmin vor Behandlungsbeginn war, desto häufiger konnte die Behandlung nicht erfolgreich abgeschlossen werden (p=0,166). War der OJmax zu Behandlungsbeginn positiv, so wurde mit größerer Wahrscheinlichkeit ein erfolgreicher Behandlungsabschluss erreicht, als bei einem negativen OJmax (p=0,040). Je weniger Zähne zu Behandlungsbeginn im frontalen Kreuzbiss standen, desto größer war die Erfolgschance (p=0,010). Eine Behandlung in der ersten Wechselgebissperiode (DS1 und DS2) führte eher zum Erfolg, als eine Behandlung in der zweiten Wechselgebissperiode (DS3 und DS4) (p=0,012). Patienten mit einem Bisstyp I:4 konnten in 83,3% der Fälle erfolgreich behandelt werden, während dies bei einem Bisstyp III:4 nur bei 60,7% der Patienten gelang (p=0,175). Jüngere Patienten konnten die Behandlung häufiger erfolgreich abschließen als ältere Patienten (p=0,010). Die Kooperation (Anzahl der Negativeinträge insgesamt) der Erfolgsgruppe war besser als die der Misserfolgsgruppe (p=0,175). Für alle weiteren Untersuchungsparameter wie z.B. das Geschlecht und die kephalometrischen Messwerte konnten keine prognostisch relevanten Gruppenunterschiede ermittelt werden.Schlussfolgernd lässt sich feststellen, dass die Behandlung des frontalen Kreuzbisses mit Zwangsführung mittels herausnehmbarer Plattenapparatur für eine Patientengruppe, die vor Behandlungsbeginn anhand der oben genannten Kriterien ausgewählt wurde, durchaus erfolgsversprechend ist. Beste Erfolgschancen hat ein junger Patient in der ersten Wechselgebissperiode mit einem Bisstyp I:4, bei dem nur 1-2 Zähne im frontalen Kreuzbiss mit Zwangsführung stehen.

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