Untersuchungen zur Häufigkeit und klinischem Erscheinungsbild des histiozytären Sarkoms beim Berner Sennenhund unter besonderer Berücksichtigung zytologischer Knochenmarkanalysen

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Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit verschiedenen Aspekten des histiozytären Sarkoms beim Berner Sennenhund.Im ersten Teil der Arbeit wurden die Diagnosen von 708 in 13 Jahren (01.06.1994-31.05.2007) an der Klinik für Kleintiere, Innere Medizin der Justus-Liebig Universität Gießen vorgestellten Berner Sennenhunde retrospektiv mit dem Ziel ausgewertet, die Vorkommenshäufigkeit des histiozytären Sarkoms herauszuarbeiten. Bei 8,2 % dieser Berner Sennenhunde konnte zweifelsfrei ein histiozytäres Sarkom diagnostiziert werden, bei weiteren 7,5% war anhand der vorliegenden Daten ein histiozytäres Sarkom möglich. Aufgrund unserer Daten konnte somit das erste Mal eine genaue Angabe zur Vorkommenshäufigkeit des histiozytären Sarkoms an einer Klinikspopulation von Berner Sennenhunden gemacht werden. Der hohe Anteil dieser bisher nicht therapierbaren und vererbbaren Erkrankung in der Berner Sennenhundepopulation in Deutschland sollte ein Anstoß für die Züchter sein, durch gezielte züchterische Maßnahmen gegen genetisch disponierte Erkrankungen zu selektieren, um damit die Langlebigkeit der Rasse zu verbessern.Der zweite Teil der Arbeit beinhaltet die klinische Aufarbeitung von 26 Berner Sennenhunden mit histiozytärem Sarkom, die in einem Zeitraum von 3,5 Jahren (01.12.2004-31.05.2007) in der Klinik für Kleintiere, Innere Medizin, vorgestellt worden waren. Neben der Beurteilung der Ergebnisse der klinischen Untersuchungen der Hunde erfolgte die Auswertung von Blutuntersuchungen (Hämatologie und klinische Chemie), von bildgebenden Verfahren (Sonographie und Röntgen) sowie von zytologischen Feinnadelaspiraten aus veränderten Organen. In Ergänzung zu bereits in der Literatur beschriebenen Befunden (Symptome, klinisches Erscheinungsbild, Blutbefunde, anatomische Lokalisation des Tumors etc.) ergaben sich unter anderem folgende neue Erkenntnisse: Es konnte erstmalig ein Wert für die mittlere Überlebenszeit nach Diagnosestellung von erkrankten Hunde konkretisiert werden: 33,3 ± 44,4 Tage. Außerdem konnte gezeigt werden, dass mittels zytologischer Untersuchungen aus veränderten Organen bei 84% der Patienten eine sichere Diagnosestellung möglich war und nicht wie bisher proklamiert die Diagnose histiozytäres Sarkom nur mittels Biopsie und Immunhistochemie gestellt werden kann. Ein weiterer interessanter Aspekt war die Tatsache, dass im Untersuchungszeitraum kein Hund mit systemischer Histiozytose vorgestellt wurde, so dass die bisher aus der angloamerikanischen Literatur abgeleitete Annahme eines häufigen Vorkommens dieser Erkrankung beim Berner Sennenhund in Deutschland keine Gültigkeit zu haben scheint.Im letzten Teil der Arbeit wurden bei 23 Berner Sennenhunden mit histiozytärem Sarkom zytologische Knochenmarkuntersuchungen durchgeführt, um festzustellen inwieweit diese Methode zur Verbesserung der Diagnostik des Tumors helfen kann. Anhand unserer Daten konnte gezeigt werden, dass eine zytologisch nachweisbare Tumorinfiltration im Knochenmark bei Hunden mit histiozytärem Sarkom (39%; 7/23 BSH) seltener ist als nach der bisherigen Literatur angenommen werden konnte. Eine zytologische Diagnosebestätigung anhand von Knochenmarkpunktionen allein gelang nur bei 9% aller Berner Sennenhunde mit histiozytärem Sarkom und verbesserte somit nicht, wie zu Beginn der Arbeit erhofft, die diagnostischen Möglichkeiten bei der Erkennung dieser Erkrankung. Die zytologische Knochenmarkuntersuchung kann in Zukunft aber als ergänzende Untersuchung vor allem im Hinblick auf eine bereits stattgefundene Metastasierung hilfreich sein. Weiterhin konnte durch unsere Arbeit gezeigt werden, dass der prozentuale Anteil der histiozytären Zellen im Knochenmark mit 0,09% bis 19,9% zum Teil deutlich niedriger liegt, als der in der Literatur angegebene Wert von 30%. Diese Tatsache erschwert die Unterscheidbarkeit zwischen dem gutartigen hämophagozytären Syndrom und dem histiozytären Sarkom, die sich bisher angeblich über den prozentualen Anteil der histiozytären Zellen im Knochenmark unterscheiden ließen.

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Erstpublikation in

Giessen : VVB Laufersweiler 2010

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