PCR-Typisierung von Candida spezies im Oro-Intestinal-Trakt bei immunsupprimierten und endokarditisprophylaxepflichtigen Kindern

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Ziel der vorliegenden Studie war es, die Häufigkeit der Candidabesiedelung der Mundhöhle und des Magen-Darm-Traktes in Bezug auf die genetische Stammverwandtschaft der Candida-Stämme bei herzgesunden, immunsupprimierten und/oder endokarditisprophylaxepflichtigen Kindern zu untersuchen.Insgesamt nahmen 103 Patienten der Gießener Universitätskinderklinik im Alter zwischen 2 und 16 Jahren an der Studie teil. Bei den 31 herztransplantierten (Gr.III), 24 herzkranken (Gr.II), 25 tumorkranken (Gr.IV) und 23 Kindern der Vergleichsgruppe (Gr.I) wurden Speichel-, Plaque-, Stuhl- und wenn vorhanden auch kariöse Zahnsubstanzproben entnommen und auf das Vorhandensein von Candida überprüft.Bei allen Candida-positiven Isolaten wurde eine Gentypisierung mit Hilfe der RAPD-PCR durchgeführt, um eine mögliche Stammverwandtschaft der Candidakeime der verschiedenen Körperregionen nachzuweisen.Bei 41 Kindern (39,8%) wurde in insgesamt 82 Isolaten Candida spezies isoliert, wobei es sich in 30 Fällen um C. albicans, in 6 Fällen um C. dubliniensis und in je einem Fall um C. lusitaniae und C. glabrata in Reinkultur handelte. Bei drei weiteren Patienten trat C. albicans je einmal in Kombination mit C. dubliniensis, C. krusei und C. parapsilosis auf.Bezogen auf C. albicans wurde bei 12 Patienten (36,4%) dieser Keim sowohl in Isolaten der Mundhöhle als auch des Stuhls gefunden. Der genetische Vergleich erbrachte in 5 Fällen eine 100%ige Identität, in 3 Fällen ein Cluster (=85%) und in 4 Fällen eine Homologie (=70%). Betroffen im Sinne der Identität waren 3 Kinder der Vergleichsgruppe und 2 Kinder mit Herzerkrankungen (GII). Die Kombination Speichel/Stuhl erwies sich mit 42,8% als am häufigsten identisch.Bezogen auf C. dubliniensis ließ sich dieser Keim bei 3 Patienten in Proben der Mundhöhle und im Stuhl nachweisen. Der genetische Vergleich erbrachte jedoch nur in einem Fall eine Stammverwandtschaft als Cluster (=85%).Die Ergebnisse der Studie belegen, dass es bei der Besiedelung der Mundhöhle mit C. albicans durchaus zu einer deszendierenden Kolonisation identischer Keime in den Magen-Darm-Trakt kommen kann, wobei Kinder mit Herzerkrankungen (GII) und der Vergleichsgruppe (GI) eher betroffen waren als Kinder nach HTx (GIII) und Tu-Kinder (GIV).Auch wenn sich nur in wenigen Fällen der vorliegenden Untersuchung genetische Stammverwandtschaften zwischen Candida-Stämmen nachweisen ließen, so bleibt doch außer Zweifel, dass gerade bei diesen Kindern mit schwerwiegenden Allgemeinerkrankungen durch die deszendierende Keimabgabe in den Gastrointesinaltrakt lebensbedrohliche systemische Mykosen entstehen können. Von daher gewinnt die Prävention einer Candidabesiedelung der Mundhöhle durch konsequente Gebisssanierung und Kariesvermeidung auf zahnmedizinischer Seite enorm an Bedeutung.

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Erstpublikation in

Giessen : VVB Laufersweiler 2010

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