Pilotstudie zur Etablierung eines standardisierten Prophylaxeprogramms für kardial erkrankte Kinder
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Zusammenfassung
Ziel der Studie: Erfahrungen der letzten Jahre zeigten eine Vernachlässigung der Oralhygiene bei Kindern mit angeborenem Herzfehler (AHF). Ziel der Pilotstudie war es, die Mundgesundheit von Kindern mit AHF gegenüber gesunden Kindergartenkindern zu eruieren. Vor diesem Hintergrund sollte die Effektivität eines intensiven Präventivprogramms für kardial erkrankte Kinder evaluiert werden, um deren Mundhygiene zu optimieren und langfristig die Kariesinzidenz zu minimieren.Material und Methode: Die Studiengruppe (SG), bestehend aus 107 (45 weiblich, 62 männlich) herzkranken Kindern des Kinderherzzentrums Gießen (Z.n. Herz-OP) der Altersgruppe 2 bis 6 Jahre (Durchschnittsalter: 4,63), wurde mit einer gleichaltrigen Kontrollgruppe (KG) aus 101 (45 weiblich, 56 männlich) gesunden Kindergartenkindern aus Gießen (Durchschnittsalter: 4,4) verglichen. Bei allen Kindern wurden die Gebissbefunde (dmf-t/-s), die Anzahl der Zähne mit Schmelzanomalien (Developmental Defects of Enamel [DDE nach Clarkson/O Mullane] ja/nein), der Plaque-Index nach Quigley/Hein (QHI), der Gingiva-Index nach Löe/Silness (GI) sowie der Gingiva-Hyperplasie-Index nach Wetzel (GHI) vor Durchführung der Prophylaxemaßnahmen (KAIplus-Systematik) erhoben. Das oben genannte Vorgehen wurde in insgesamt drei Impulsen (1., 2., 3. IMP) in der SG wiederholt. Die deskriptive Auswertung erfolgte mit dem Programm SPSS 25.0.Ergebnisse: Verglichen mit der KG zeigte die SG einen signifikanten Unterschied (Mann-Whitney-U-Test, p<0,05) der dmf-t-Werte (1,2 vs. 0,3), ein erhöhtes Vorkommen von DDE in der 1. Dentition (1./2. IMP: 1,4; 3. IMP: 1,6) sowie eine schlechtere Mundhygiene (QHI: 2,6; GI: 0,3; GHI: 0,2). Das Prophylaxeprogramm beeinflusste nicht die Kariesprävalenz der SG (Wilcoxon-Test, p>0,05): 1. IMP (dmf-t: 1,2; d-t: 0,4); 2. IMP (dmf-t: 1,4; d-t: 0,5); 3. IMP (dmf-t: 1,5; d-t: 0,4). Jedoch implizierte ein Anstieg des Sanierungsgrades weniger unbehandelte Karies: 1. IMP (m-t: 0,1; f-t: 0,6); 2. IMP (m-t: 0,1; f-t: 0,8); 3. IMP (m-t: 0,2; f-t: 0,9). Alle Mundhygiene-Parameter (QHI, GI, GHI) konnten im Verlauf der IMPs signifikant optimiert werden (T-, Wilcoxon-Test, p<0,05).Schlussfolgerung: Die Ergebnisse zeigen, dass ein zahnärztlich erhöhter Behandlungs- und Präventionsbedarf bei herzkranken Kindern im Vergleich zu gesunden Kindern derselben Altersgruppe besteht. Ziel sollte langfristig die Etablierung der optimalen Mundgesundheit im Konzept der Betreuung der Allgemeinerkrankung sein, um das Risiko einer infektiösen Endokarditis zu reduzieren.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler Verlag
