Biomechanischer Vergleich zweier Implantationsverfahren hinsichtlich der Verankerungsqualität von Hüftendoprothesen

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Femora mit schlechter knöcherner Struktur, Zementreste im Markraum und sklerotisch veränderte Bereiche sind nur einige Herausforderungen, die es bei der Implantation einer Revisionsendoprothese zu bewältigen gilt. Um bestmögliche Voraussetzungen für die Implantation einer Prothese zu schaffen, hat die Aufbereitung des Markraumlagers eine hohe Priorität und ist Voraussetzung für eine dauerhafte Funktion des Implantates. Diese Arbeit konzentriert sich hierbei auf die Aufbereitung des Markraumlagers mit Reibahlen für konische Prothesenschäfte mit rundem Querschnitt. Ein Aufreiben des Markraumes kann mit unterschiedlichen Drehzahlen erfolgen. Erkenntnisse über die Bedeutung der Drehzahlen auf die anschließend erreichte Primärstabilität und die daraus resultierende Verankerungsqualität sind bislang unbekannt. Es wurde für diese Arbeit ein Kunstknochenmaterial ausgewählt, welches in seinen Parametern der Spongiosa echter Femora nachempfunden ist. Hierdurch konnten etwaige Beeinflussungen der Versuchsdrehzahlen durch interindividuelle Unterschiede humaner Präparate ausgeschlossen werden. Des Weiteren wurde der Versuchsaufbau so entwickelt, dass unter standardisierten Versuchsbedingungen unter Benutzung verschiedener Drehzahlen der Markraum zunächst aufgebohrt und anschließend aufgerieben werden konnte. In dieser Arbeit wurden zwei, auf dem europäischen bzw. internationalen Markt etablierte, Prothesensysteme verglichen. Hierbei handelt es sich um den Wagner SL® Revisionsschaft der Firma ZIMMER/Biomet und die MP- Rekonstruktionsprothese® der Firma LINK. Nach dem Aufreiben des Markraumkanals mit einer jeweils festgelegten Drehzahl wurden entsprechend passende Prothesen implantiert. Im Anschluss daran wurde das etablierte Prinzip der Rotationsmessmaschine verwendet und somit der Prothesen-Femur-Verbund auf Mikrobewegungen zwischen Kunstknochen und Prothese untersucht. Es erfolgte hieraus eine Aufstellung von Bewegungsgraphen, die ein Abbild der entstandenen Verankerungszonen darstellen. Aus den erhaltenen Daten über die Relativbewegungen und die entstandenen Bewegungsgraphen erfolgte anschließend die statistische Auswertung. Hierzu wurden beide Prothesensysteme unabhängig voneinander an den einzelnen Beobachtungspunkten und für die verschiedenen Drehzahlen beurteilt. Abschließend erfolgte eine Gegenüberstellung beider Prothesensysteme. Bei der alleinigen Betrachtung der MP- Rekonstruktionsprothese® ergaben sich durch die verwendeten Drehzahlen starke Unterschiede in den einzelnen Messpunkten. Die beste Verankerung konnte bei der niedrigsten Drehzahl erzielt werden. Hier kann von einer sehr gleichmäßigen und überwiegend langstreckigen Verankerungszone ausgegangen werden. Eine weniger gute Verankerung konnte für die hohe Drehzahl bei diesem Prothesensystem erzielt werden. Die für diese Drehzahl erhaltenen Werte liegen jedoch noch unter dem kritischen Wert von 100-150µm. Somit wäre eine erfolgreiche Osteointegration auch in diesem Fall noch immer möglich. Die verwendete mittlere Drehzahl erzielte bessere Werte als die schnelle Drehzahl, blieb jedoch mit ihrer Verankerungsqualität hinter der langsamen Drehzahl zurück. Der verwendete Wagner SL® Revisionsschaft zeigte ein ähnliches Bild auf. Insgesamt konnte bei den drei verschiedenen Drehzahlen eine ausreichende Primärstabilität erreicht werden. Die besten Versuchsergebnisse wurden jedoch, wie auch bei der MP-Prothese, bei Verwendung der langsamen Drehzahl erzielt. Hier konnten die geringsten Relativbewegungen festgestellt werden, was auf eine bessere Primärstabilität schließen lässt. Beim direkten Vergleich beider Prothesensysteme konnten keine signifikanten Unterschiede festgestellt werden. Bei beiden Prothesensystemen zeigt sich ein vergleichbares Verankerungsmuster. Zusammenfassend kann bei beiden Prothesensystemen eine ausreichende Primärstabilität in jedem Fall attestiert werden.

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