Im Jahre 1998 konnten MAYSER ET AL. erstmals nachweisen, dass die Aminosäure L-Tryptophan bei dem Brandpilz Malassezia furfur eine Pigmentbildung induziert. Die entstandenen Pigmente und Fluorochrome werden mit dem Krankheitsbild der Pityriasis versicolor in Verbindung gebracht. Im Gegensatz zu Malassezia furfur sind Brandpilze obligate Pflanzenparasiten. Aufgrund der phylogenetischen Klassifikation von Malassezia furfur als Brandpilz wurden insgesamt 27 Brandpilze auf Pigmentbildung untersucht und miteinander verglichen. Zunächst wurden alle Spezies auf einem, um Glucose erweiterten Minimalagar mit Tryptophan als einziger Stickstoffquelle verimpft und sowohl Wachstum als auch Pigmentbildung beobachtet.Es konnte erstmals gezeigt werden, dass außer Malassezia furfur auch andere Brandpilze in der Lage sind, Tryptophan-abhängige Pigmentbildung durchzuführen. Von den hier untersuchten 27 Brandpilzen konnten 17 Spezies zur Pigmentbildung auf Tryptophan-Agar angeregt werden. Alle als Pigment-positiv getesteten Spezies wurden nachgezüchtet und präparativ aufbereitet. Der gewonnene Rohextrakt wurde mittels Säulenchromatographie aufgereinigt und in Fraktionen unterteilt. Anschließend wurden die gewonnenen Fraktionen mittels Dünnschicht-chromatographie näher untersucht. Die Dünnschichtchromatogramme der einzelnen Pilzspezies zeigten unterschiedliche, spezifische Pigmentmuster. Um die Dünnschichtchromatogramme miteinander zu vergleichen, wurde für alle Pilze ein Pigmentprofil erstellt, in dem die Banden durch Farbe bei Tages- und unter UV-Licht sowie Laufhöhe und Fraktion der Banden und mögliche ph-Abhängigkeit beschrieben wurden. Einige Banden wurden durch weiterführende Verfahren weiterverarbeitet, aufgereinigt und anschließend eine Strukturaufklärung durchgeführt. Bei der Strukturanalyse konnten die Stoffe Pityriacitrin bei Ustilago maydis und Pseudozyma fusiformata, Pityriarubin B, Pityriarubin C und Pityriaanhydrid bei Ustilago maydis, sowie Malasseziaindol A, Indolmilchsäure und Indol-3-carbaldehyd bei Pseudozyma fusiformata nachgewiesen werden.
Um einen indirekten Nachweis einzelner Stoffe zu erhalten, wurden Fraktionen mit entsprechenden Banden nebeneinander aufgetragen und so direkt optisch miteinander verglichen. Häufig auftretende Laufhöhenschwankungen einzelner Banden konnten dadurch minimiert werden. Ein indirekter Nachweis des Lichtschutzes Pityriacitrin konnte hiermit bei allen Spezies erfolgen. Die Pityriarubine A, B und C, die den oxidativen Burst von Granulozyten hemmen, konnten ebenso bei nahezu allen Spezies gefunden werden. Um die gewonnen Informationen über die Pigmentmuster der einzelnen Spezies miteinander zu vergleichen, wurde der Versuch einer Datenanalyse unternommen. Es sollte hierbei eine Grundlage geschaffen werden, um die große Menge gewonnener Informationen vergleichbar zu machen und eine relative Vorhersagbarkeit für das Auftreten bestimmter Banden zu treffen. Es wurde für acht Banden das Schwankungsausmaß der Laufhöhen beschrieben und durch den neu eingeführten Parameter der relativen Höhe reduziert. Anschließend wurde die relative Vorhersagbarkeit bestimmter Banden anhand weiterer Pilzspezies überprüft. Die untersuchten Banden befanden sich in dem für sie vorgesehenen Bereich und konnten somit als solche identifiziert werden.
Dieses hier entwickelte Prinzip könnte einer in Zukunft automatisch mit Farbscannern durchgeführten Datenanalyse als Grundlage dienen.
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