Untersuchung zur exokrinen Pankreasfunktion und hepatobiliären Parametern bei Patienten mit Hyperlipidämie

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Seit langem ist bekannt, dass Fettstoffwechselstörungen, insbesondere die familiäre Hypertriglyceridämie, akute Pankreatitiden auslösen können. Allgemein war jedoch die Rolle der Fettstoffwechselstörungen bezüglich der Entwicklung der chronischen Pankreatitis unklar. Auch wurde die Bedeutung der Cholelithiasis bei der Entstehung der chronischen Pankreatitis kontrovers diskutiert, obwohl es allgemein unstrittig ist, dass akute Pankreatitiden durch Gallensteine oder Sludge ausgelöst werden. Seit kurzem ist mit dem fäkalen Elastase 1-Test ein neuer indirekter Test zur Messung der exokrinen Pankreasfunktionsleistung auf dem Markt, der Studien, die in diese Richtung zielen, vereinfacht. Zusammen mit den bildgebenden Verfahren, wie dem CT, dem MRT, der ERCP und der Sonographie wurden in der vorliegenden Arbeit die Veränderungen, die durch Cholelithiasis und Fettstoffwechselstörungen am Pankreas verursacht werden könnten, untersucht. Mit Auswertung der Daten von Bildgebung sowie hepatobiliären Parametern und Pankreasfunktionsparametern, die über einen Zeitraum von vier Jahren erhoben wurden, wurde analysiert, in welchem Zusammenhang Hyperlipidämie-, Gallengangs- und Pankreaserkrankungen stehen. Es ergab sich eine Anzahl von 397 Patienten, von denen die Daten für die vorliegende Arbeit retrospektiv erhoben und an¬schließend statistisch ausgewertet wurden. Zugelassen wurden nur Patienten mit mindestens einer Hyperlipidämie-Diagnose und mindestens einem fäkalen Elastase 1-Befund. Bei 42,2% der Patienten, die einen Oberbauchsonographiebefund aufwiesen, zeigte sich Cholelithiasis in Form von Gallensteinen oder Sludge. Bei 19% wurde durch die bildgebenden Verfahren eine chronische Pankreatitis diagnostiziert. Hier bestand, ge¬messen am fäkalen Elastase 1-Test, bei 10,8% eine eingeschränkte (100-200 müg/g) und bei 14,4% eine insuffiziente exokrine Pankreasfunktion (< 100 müg/g). Es wurde kein Zusammenhang zwischen der reinen Hypercholesterinämie, der gemischten Hyperlipidämie und den sonstigen Hyperlipidämien mit der chronischen Pankreatitis gefunden. Wohl aber stellte sich ein signifikanter Unterschied zwischen den Elastase 1-Werten von unbehandelten Hypertriglyceridämiepatienten und den unbehandelten, an anderen Hyperlipidämien erkrankten Patienten heraus. Die Elastase 1-Mittelwerte waren niedriger bei Patienten mit Hypertriglyceridämie (213,0 müg/g) als bei Patienten mit anderen Hyperlipidämiediagnosen (385,84 müg/g); (p = 0,03). Weiterhin zeigte sich, dass ein signifikanter Zusammenhang zwischen einer Zunahme der exokrinen Pankreasinsuffizienz und der nicht behandelten Hypertriglyceridämie besteht (p = 0,025), so dass eine exokrine Pankreasinsuffizienz bei Hyperlipidämiepatienten mit Hypertriglyceridämie häufiger war als bei Patienten mit anderen Hyperlipidämie¬diagnosen. Folglich scheint ein Zusammenhang zwischen Hypertriglyceridämie und exokriner Pankreasinsuffizienz zu bestehen, was sich am ehesten durch eine zugrunde liegende chronische Pankreatitis erklären lässt. Wir fanden weiterhin einen hoch signifikanten Zusammenhang zwischen Cholelithiasis und chronischer Pankreatitis, die mit bildgebenden Verfahren diagnostiziert wurde. Das Risiko für eine chronische Pankreatitis stieg bei Cholelithiasis um das 4,134-fache. Auch war die Beziehung zwischen erweitertem Ductus Choledochus und den mit bild¬gebenden Verfahren diagnostizierten chronischen Pankreatitiden hoch signifikant. Das Risiko für die chronische Pankreatitis stieg bei einer Erweiterung auf über 6 mm um das 3,186-fache. Die These, dass Gallensteine mit einer chronischen Pankreatitis (bei Hyperlipidämiepatienten) assoziiert sind, wurde durch die vorliegende Studie aussagekräftig bestärkt. Darüber hinaus fanden wir bei den unbehandelten Hyperlipidämiepatienten eine Tendenz für einen Zusammenhang zwischen erhöhtem Cholesterinspiegel und dem Vorkommen von Gallensteinen, was darauf schließen lässt, dass ein erhöhter Serumcholesterinspiegel in Beziehung zur Entstehung von Cholelithiasis steht. Zusammenfassend zeigt die vorliegende Studie: 1. dass eine chronische Pankreatitis offenbar doch mit Hypertriglyceridämien in Zusammenhang steht, 2. dass außerdem die Möglichkeit besteht, dass Gallensteine oder Sludge entgegen offizieller Lehrmeinung eine Ursache chronischer Pankreatitiden sein können 3. dass Gallensteine mit einem erhöhten Cholesterinspiegel verknüpft sein können. Wegen des retrospektiven Charakters der Studie, der die Aussagekraft eingeschränkt, sollten weitere prospektive Studien zur Bestätigung der Ergebnisse folgen.

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