Nachweis von delta-Opioidrezeptoren auf Melanozyten der Melanomzellinie G-361
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Zusammenfassung
Opioidrezeptoren und endogene Opioide werden auch als opioiderge Systeme zusammengefasst, die nach heutigen Erkenntnissen vorwiegend im zentralen und im peripheren Nervensystem vorkommen. Eine Reihe von Befunden deutet jedoch darauf hin, dass sowohl Opioide als auch ihre Rezeptoren in der Haut existieren. Hierzu zählen insbesondere die Entdeckung hochselektiver delta- Opioidrezeptorliganden (Deltorphine) in der Froschhaut (KREIL et al., 1989), die Expression von POMC, dem Precursormolekül einiger Opioidpeptide, in Keratinozyten (BHARDWAJ et al., 1994), Hinweise auf eine Freisetzung von beta-Endorphin aus Keratinozyten (WINTZEN et al., 1996), die Expression des mu-Opioidrezeptors in Keratinozyten (BIGLIARDI et al.,1998), die Entdeckung spezifischer Bindungsstellen für beta- Endorphin auf Keratinozyten(EGELING et al., 1999). Dabei beziehen sich die heutigen Erkenntnisse im wesentlichen nur auf die Keratinozyten. Eine Interaktion anderer Hautzellen mit opioidergen Systemen wurde noch nicht eingehend untersucht. Die vorliegende Arbeit sollte der Gewinnung neuer Erkenntnisse über opioiderge Systeme in der Haut dienen und bestehende Befunde weiter aufklären beziehungsweise ergänzen. Wir entschieden uns, die Hautzellen des Pigmentsystems, die Melanozyten, für unsere Arbeit heranzuziehen, um so einen anderen Sektor der Haut in Bezug auf opioiderge Systeme zu erschließen. Aus methodischen Gründen wurden Melanomzellinien für die Versuche herangezogen. Die Melanomzellinien G-361 und COLO 679 sollten auf eine Expression von mu-, kappa- und delta- Opioidrezeptoren geprüft werden. In der Tat konnte mittels RT- PCR die mRNA des delta-Opioidrezeptors in beiden Melanomzellinien nachgewiesen werden. Zusätzlich zum PCR- Amplifikat des d- Opioidrezeptors wurde ein weiteres PCR- Produkt mit einer um circa 150 bp verkürzten Länge der erwarteten d-Opioidrezeptorsequenz beobachtet. Untersuchungen von MAYER et al. (2000) deuteten darauf hin, dass in diesen Melanomzellinien weder eine Expression des mu Opioidrezeptors noch des kappa- Opioidrezeptors stattfand. Die Existenz von Translationsprodukten, d.h. von mu-, kappa- und delta- Opioidrezeptoren auf Membranebene wurde mittels Radiorezeptor- Bindungsversuchen geprüft. Die Versuche wurden mit Membransuspensionen der Melanomzellinie G-361 unter Einsatz Tritium- markierter, hochselektiver Liganden für mu-, kappa- und delta- Opioidrezeptoren durchgeführt. Für den selektiven delta- Opioidrezeptorliganden (3H)-DPDPE konnte eine spezifische Bindung auf Membranen der Zellinie G-361 aufgezeigt werden. Diese überschritt jedoch nicht 1% der Gesamtradioaktivität im Ansatz. Den gentechnologischen Ergebnissen entsprechend konnte weder für den mu- Opioidrezeptoragonisten (3H)-DAMGO, noch für den kappa- Opioidrezeptoragonisten (3H)-U 69 593 eine spezifische Bindung auf Melanomzellmembranen nachgewiesen werden. Die Bindung von (3H)-DPDPE an den delta- Opioidrezeptor entsprach den klassischen Kriterien einer spezifischen Ligand- Binder- Interaktion. Mittels Radiorezeptor-Bindungsversuchen gelang die Charakterisierung dieser Bindungsstelle. Für die Interaktion zwischen (3H)-DPDPE und den delta- Opioidrezeptor konnten zum einen die Bindungscharakteristika:, Zeitabhängigkeit, Reversibilität und Sättigbarkeit beschrieben werden. Zum anderen konnte aus Verdrängungsexperimenten eine KD berechnet werden, die eine hohe Affinität anzeigte. In dieser Arbeit konnte erstmals gezeigt werden, dass ein delta- Opioidrezeptor in der menschlichen Haut existiert. Dieses Ergebnis stellt somit einen weiteren Beweis für die Existenz opioiderger Systeme in der Haut dar.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
FEBS Letters 480.2000, S. 156-160
