Kultur und Religion als Einflussfaktoren für Alexithymie in Zusammenhang mit Angst, Depression, Körperbeschwerden, Stimmung und Hautzufriedenheit in einer syrischen Populationsstudie im Vergleich zur deutschen Eichstichprobe
Diese Arbeit setzt die Frage an, ob ein Unterschied bezüglich einer alexithymen Merkmalsausprägung zwischen der deutschen und der syrischen Kultur vorliegt. Ergänzend wird innerhalb der syrischen Population dargestellt, in welchem Zusammenhang eine alexithyme Merkmalsausprägung mit körperlichen Beschwerden, Stimmung und Hautzufriedenheit steht. In einem letzten Schritt wird innerhalb der syrischen Population überprüft, ob Differenzen zwischen syrischen Christen und Moslems bestehen. In diesem Schritt wird die Bedeutung von Religion als separater Entwicklungsfaktor für eine alexithyme Merkmalsausprägung dargestellt.In dieser Arbeit werden verschiedene Testbögen (TAS-26, HADS, GBB, SAM und Hautzuf) in einer syrischen Population (254 Probanden) angewendet, um zu evaluierenob ein Unterschied bezüglich einer alexithymen Merkmalsausprägung zwischen der deutschen und der syrischen Kultur vorliegt. Zudem wird innerhalb der syrischenPopulation überprüft, ob Differenzen zwischen syrischen Christen (88 Probanden) und Moslems (166 Probanden) bestehen.Die Ergebnisse weisen auf, dass die Syrer im Vergleich zu den Deutschen ängstlicher und depressiver sind, sowie vermehrt über körperlich Beschwerden klagen. Zudem liegt bei den Syrern eine stärkere alexithyme Merkmalsausprägung vor. Im Gegensatz dazu weisen die Deutschen höhere Werte in Bezug auf Selbst-, Partner-, und Elternberührung,sowie Scham und Ekel auf. Im Religionsvergleich innerhalb der syrischen Population zeigt sich, dass Moslems im Vergleich zu Christen alexithymer sind, und signifikant höhere Werte in Bezug auf ein vermehrt extern orientiertes Denken aufweisen. Die Ergebnisse dieser Studie unterstützen somit die Vermutung, dass sowohl unterschiedliche Kulturen als auch Religionen Einfluss auf eine alexithyme Merkmalsausprägung nehmen.
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